Vatikan

Politiker radeln zu Papst-Meeting

04.07.2013

Regierungschef Letta und Bürgermeister Marino kamen einspurig zur Audienz.

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Papst Franziskus hat am Donnerstag zuerst den italienischen Premier Enrico Letta und anschließend den neu gewählten römischen Bürgermeister Ignazio Marino im Rahmen eines Privatbesuchs empfangen. Beide Treffen erfolgten in einem sehr freundschaftlichen Klima, verlautete es aus Vatikan-Kreisen. Die Politiker nahmen sich Franziskus Bescheidenheit zum Vorbild und kamen mit dem Fahrrad zur Papst-Visite.

Der seit zwei Monaten amtierende Letta berichtete dem Heiligen Vater über seinen Besuch in Israel diese Woche. Letta schenkte dem Papst einen Rosenkranz aus Olivenbaum-Holz aus dem Heiligen Land.

Papst besucht Flüchtlingsinsel Lampedusa kommende Woche
Auch der am Montag geplante Besuch von Franziskus auf der süditalienischen Flüchtlingsinsel Lampedusa stand im Mittelpunkt des Treffens. Zurzeit ist Süditalien von einer neuen Flüchtlingswelle schwer belastet. Papst Franziskus wird sich am kommenden Montag für dreieinhalb Stunden auf Lampedusa aufhalten.

Der Papst werde nach den Worten seines Privatsekretärs Alfred Xuereb am Montag auf die italienische Insel Lampedusa reisen, um "die Toten zu beweinen". Auf der Insel vor Sizilien kommen immer wieder Boote mit Flüchtlingen an, viele überleben die Strapazen der Überfahrt von Afrika nicht. Franziskus wolle mit seinem Besuch in Lampedusa auf die Kluft zwischen reichen und armen Staaten hinweisen.

Das Kirchenoberhaupt will mit seinem Besuch seine Solidarität mit den Zehntausenden Menschen aus Afrika, dem Nahen Osten und Westasien demonstrieren, die Jahr für Jahr versuchen, über die Insel nach Europa zu gelangen. „Der Papst trauert um die Todesopfer. Mit seinem Lampedusa-Besuch will der Papst hervorheben, dass während der reiche nördliche Teil der Welt verschwendet, der Süden alles tut, um vor der Armut zu flüchten und dabei auch oft den Tod findet“, teilte der persönliche Sekretär Monsignore Alfred Xuereb im Gespräche mit Vatikan-Journalisten am Donnerstag mit. Die Migrations- und Fluchtbewegung über das Mittelmeer hat bereits Tausende Todesopfer gefordert.



 
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