Prozess in München

Betrug mit Fantasie-Währung: 2 Jahre Haft

31.03.2014

"Grenzenlose Naivität": Mann gaukelte Anlagen in der Währung "Jodi" vor.

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© Reuters
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Für seine Beihilfe zum Millionenbetrug mit der Fantasiewährung Jodi ist ein IT-Fachmann am Montag in München zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht setzte die Strafe gegen Zahlung einer Geldauflage von 10.000 Euro zur Bewährung aus.

Geldanlegern war vorgegaukelt worden, ihre Euro würden in Jodi als Unternehmensbeteiligung bei einem Internet-Bezahlsystem verbucht und erwirtschafteten bis zu ein Prozent Zinsen pro Tag. Die angelegten Beträge seien vollständig abgesichert. Staatsanwaltschaft wie Verteidigung staunten über die "grenzenlose Naivität" der Geldanleger, die bis 2008 gut 1,6 Millionen Euro in den Sand setzten.

Als Drahtzieher des Schwindels wird gegen einen Geschäftsmann ermittelt. Der 56-jährige IT-Experte half ihm mit Technik, der Verwaltung der Nutzerkonten und der Beantwortung von Anfragen. Er will selbst erfolgreich investiert haben. Tatsächlich gab es dem Gericht zufolge aber keinerlei Kapitalanlagen zur Erwirtschaftung von Gewinnen. Gelegentliche Auszahlungen seien mit Hilfe neu eingehender Gelder erfolgt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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