Ganz Europa betroffen

Rätsel um radioaktive Wolke gelöst

28.07.2019

Forscher gehen davon aus, dass Russland 2017 einen Atomunfall vertuscht hat.

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© APA (Symbolbild)
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Die vor zwei Jahren auch in Österreich gemessenen leicht erhöhten Radioaktivitätswerte gehen nach Ansicht von Experten wahrscheinlich auf eine russische Nuklearanlage im südlichen Ural zurück. Es weise vieles darauf hin, dass es dort einen Unfall gegeben habe, schreiben 69 Wissenschafter im Fachmagazin "Proceedings" (PNAS) der US-nationalen Akademie der Wissenschaften.
 
Die Kerntechnische Anlage Majak war schon damals in den Verdacht geraten. Die Betreiber bestritten aber, dass das in Europa nachgewiesene radioaktive Ruthenium-106 aus dem Atomzentrum stamme. Das russische Umweltministerium hatte zwar leicht erhöhte Radioaktivitätswerte in der Luft bestätigt, aber keine Angaben zur möglichen Quelle gemacht.
 
Die Anlage müsse als ein "wahrscheinlicher Kandidat" betrachtet werden, schlussfolgert das internationale Expertenteam nun aus 1.300 Messwerten aus der Atmosphäre und vom Boden in Europa und Asien. Ein abgestürzter Satellit komme als Ursache nicht in Betracht. Die russische Atomaufsichtsbehörde Rosatom teilte nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS) mit, der Nuklearkomplex Majak sei nicht für die Verseuchung verantwortlich.
 
Einer der Hauptautoren ist der Radioökologe Georg Steinhauser von der Universität Hannover. Er schloss in der "FAS" nicht aus, dass es am Ort des Unglücks auch "Personenschäden" gegeben habe.
 
Im Oktober 2017 hatten 27 europäische Länder eine radioaktiven Wolke in der Luft gemeldet. Festgestellt wurde das Isotop Ruthenium-106. In Österreich wurden die Messungen von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und der Technischen Universität Wien durchgeführt. Eine Gesundheitsgefahr bestand wegen der geringen Konzentration nicht, wurde damals von den Behörden betont.
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