Razzia
Nächster Kreuzfahrt-Skandal: Crew im Visier
14.05.2026US-Behörden ist offenbar ein größerer Schlag gegen eine mutmaßliche Szene rund um Darstellungen sexualisierter Gewalt an Kindern auf Kreuzfahrtschiffen gelungen.
Großrazzia auf mehreren Kreuzfahrtschiffen in den USA: Ermittlern ist offenbar ein massiver Schlag gegen eine Szene rund um Darstellungen sexualisierter Gewalt an Kindern gelungen. Im Fokus standen dutzende Crewmitglieder, darunter auch Beschäftigte von Disney-Kreuzfahrten.
US-Behörden kontrollierten Ende April insgesamt acht Kreuzfahrtschiffe im Hafen von San Diego. Dabei wurden 28 Crewmitglieder überprüft. Nach Angaben der US-Grenzschutzbehörde (CBP) standen 27 von ihnen im Verdacht, Material mit Kindesmissbrauch empfangen, besessen, verbreitet oder angesehen zu haben. Die Betroffenen verloren ihre Visa und wurden in ihre Heimatländer zurückgeschickt.
Auch Disney-Mitarbeiter betroffen
Besonders für Aufsehen sorgt: Unter den überprüften Personen sollen sich auch Mitarbeiter von Disney Cruise Line befunden haben. Laut US-Medien wurden einzelne Crewmitglieder direkt beim Verlassen der Schiffe vor den Augen von Passagieren in Handschellen abgeführt. Videos davon kursierten später in sozialen Netzwerken.
Disney bestätigte gegenüber US-Medien die Zusammenarbeit mit den Behörden und erklärte, bei solchen Vorwürfen gelte eine strikte Null-Toleranz-Politik. Mitarbeiter, die betroffen gewesen seien, arbeiteten nicht mehr für das Unternehmen. Auch andere Reedereien sollen in die Ermittlungen verwickelt sein.
51 Festnahmen bei Ermittlungen
Laut n-tv führte die größere Ermittlungsoperation in den USA insgesamt zu 51 Festnahmen im Zusammenhang mit der Szene auf Kreuzfahrtschiffen. Die Behörden gehen davon aus, dass es sich nicht um Einzelfälle handeln könnte. Vielmehr werde untersucht, ob sich auf Schiffen über längere Zeit Netzwerke gebildet haben könnten.
Menschenrechtsorganisationen kritisierten unterdessen die begrenzten Informationen der Behörden und fordern mehr Transparenz zum Ablauf der Aktion. Strafrechtliche Verfahren gegen einzelne Verdächtige könnten laut US-Medien noch folgen.
Unter den Festgenommenen sollen sich auch mehrere Mitarbeiter eines Disney-Kreuzfahrtschiffs befinden. Wie viele Beschäftigte des Unternehmens konkret betroffen sind, wurde bislang nicht bekanntgegeben. Disney Cruise Line erklärte gegenüber Fox News, bei solchen Vorwürfen gelte eine strikte „Null-Toleranz-Politik“. Man habe eng mit den Ermittlungsbehörden zusammengearbeitet und die betroffenen Mitarbeiter nicht weiter beschäftigt. Gleichzeitig betonte das Unternehmen, dass der Großteil der Festgenommenen nicht für Disney tätig gewesen sei.