General Petraeus

Sex-Affäre des CIA-Chefs

10.11.2012


Sex-E-Mails kosteten Job - Ehebruch mit der Biografin.

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Eine Story wie aus einem Spionage-Roman: Amerikas berühmtester Viersterngeneral David Petraeus (60) und Chef der CIA stürzte über eine Sex-Affäre mit der Biografin Paula Broadwell (40).

Zwischen dem General und der Autorin (einer Reserveoffizierin, die wie Petraeus die Eliteakademie West Point abschloss), hatte es vor zwei Jahren gefunkt. Er kommandierte in Afghanistan. Sie recherchierte dort die Biografie All in: The Education of General David Petraeus – bald auch unter der Bettdecke.

TV-Bilder zeigten damals den seit 37 Jahren verheirateten Kriegsherrn mit der Brünetten ganz herzlich: „Ich hoffe, dass ich ihn nicht vom Krieg abhalte“, lachte Broadwell, früher auch Model für einen MG-Produzenten.

Als Petraeus CIA-Chef wurde, machte Harvard-Absolventin Broadwell, selbst mit einem Röntgenfacharzt verheiratet und zweifache Mutter, mit dem General Schluss. Ihr Mann hatte Wind von der Affäre bekommen. Der schrieb anonym an die New York Times: Seine Frau habe eine Liebesbeziehung mit einem hohen Regierungsbeamten. Namen nannte er nicht.

Der liebestolle General bombardierte Broadwell weiter mit E-Mails. Er habe „extrem schlechtes Urteilsvermögen“ an den Tag gelegt, jammert er jetzt.

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Die politischen Auswirkungen der Sexaffäre sind gewaltig: Sie könnten Petraeus vor ein Kriegsgericht und Präsident Obama zum Start seiner schwierigen zweiten Amtszeit schwer ins Schleudern bringen. Das Protokoll:

  • Das FBI stolperte über E-Mails, die Petraeus, damals Top-General in Afghanistan, an Freundin Paula Broadwell schickte. Die FBI-Agenten dachten zuerst an „Korruption“. Sie leiteten schon letztes Frühjahr Untersuchungen ein.
  • Dennoch: Obama ernennt Petraeus am 6. September 2011 zum CIA-Chef. Der General beendet Beziehung zu Paula Broadwell. Das FBI ermittelte da bereits gegen die Autorin wegen ihres illegalen Zugriffs auf seine E-Mail-Konten.
  • Als CIA-Chef bombardierte Petraeus seine Ex weiter mit E-Mails. Experten sind entsetzt über den Bruch der Sicherheitsvorschriften: Hätten feindliche Dienste von der Affäre Wind gekriegt, wäre Petraeus erpressbar gewesen. In E-Mails fanden sich explizite Hinweise über „Sex unter dem Schreibtisch“. Der Mann ist seit 37 Jahren verheiratet.
  • Obama wurde am Mittwoch informiert. Die Opposition hält das ganze Timing für suspekt: Der Skandal platzte nur Tage nach der US-Wahl und knapp vor der Einvernahme von Petraeus vor dem Kongress wegen eines CIA-Skandals. Der Geheimdienst hatte nicht vor Unruhen gewarnt, bei denen der Botschafter in Libyen, Chris Stevens, ermordet worden war.
  • Als CIA-Chef hätte Petraeus dort erklären müssen, warum das CIA-Hauptquartier sieben Stunden in Echtzeit die Angriffe in Bengasi beobachtete und nicht eingriff. Er hätte vielleicht Obama belasten müssen. Als Privatmann muss Petraeus aber vorerst nicht aussagen.

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