Mit 100 Mio. Euro

Spanien fördert Integration der Roma

09.04.2010

Roma fordern die EU zu mehr Anstrengungen zur Integration auf.

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© EPA/EFE
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Auf dem zweiten Europäischen Roma-Gipfel im südspanischen Cordoba ist die spanische EU-Ratspräsidentschaft nach den Forderungen für größere Anstrengungen zur Integration der bis zu zwölf Millionen Roma in der Europäischen Union mit gutem Beispiel vorangegangen. Spaniens Sozialministerin Trinidad Jimenez kündigte am Freitag an, ihr Land werde einen Aktionsplan für die bessere Integration dieser oftmals diskriminierten Bevölkerungsgruppe ins Leben rufen. Bis 2012 wird die sozialistische Regierung von Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero insgesamt 107 Millionen Euro für dieses Ziel zur Verfügung stellen.

Hohe Schulabbrecherquote
Sozialministerin Jimenez forderte unterdessen andere EU-Staaten auf, dem spanischen Vorbild zu folgen. Der Aktionsplan sieht vor allem die Verbesserung der Wohn- und Ausbildungsverhältnisse der Roma und Sinti vor. So soll speziell die unter den Roma hohe Schulabbrecherquote in den kommenden zwei Jahren mit der Vergabe von öffentlichen und privaten Stipendien deutlich gesenkt werden. Der Anteil von Schulabbrechern sei bei Roma-Kindern besonders groß. In Spanien, wo diese Volksgruppe rund eine Million Menschen zählt, erreicht nur ein Prozent der Roma die Universität.

Staatliche Unterstützungen
Weiterhin soll finanzschwachen Roma-Familien mit staatlicher Unterstützung der Zugang zum spanischen Wohnungsmarkt erleichtert werden. So wird das spanische Wohnungsministerium mit 40 Millionen Euro die Vergabe von Sozialwohnung an Roma-Familien unterstützen. Allein mit diesen beiden Maßnahmen könne die soziale Ausgrenzung der Roma innerhalb der spanischen Gesellschaft bekämpft werden. Zudem plant die Regierung für finanzschwache Roma-Familien einen einfacheren Zugang zum öffentlichen Gesundheitssystem, so Jimenez weiter.

Umstand "inakzeptabel"
Bereits gestern beklagte sich EU-Justizkommissarin Viviane Reding auf dem Zweiten Europäischen Roma-Gipfel, die Situation der größten und gleichzeitig ärmsten ethnischen Minderheit in der EU habe sich in den vergangenen Jahren sogar noch verschlechtert. Reding bezeichnete diesen Umstand als "inakzeptabel", zumal die EU genug gesetzliche Instrumente habe, um gegen die gesellschaftliche Ausgrenzung vorzugehen. Die EU-Kommissarin erklärte vor allem mit Blick auf einige EU-Beitrittskandidaten, dass auch diese mehr gegen die Diskriminierung der Roma in ihren Ländern machen müssten.

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