Protest gegen Asylpolitik

Syrerin droht: Lasse mich von Tigern fressen

20.06.2016

Im Rahmen der Kunstaktion vom Zentrum für politische Schönheit.

Zur Vollversion des Artikels
© APA
Zur Vollversion des Artikels

Die Veranstalter der Berliner Kunstaktion "Flüchtlinge Fressen" machen weiter auf sich aufmerksam. Die syrische Schauspielerin May Skaf drohte am Montag damit, sich ähnlich wie im alten Rom Tigern vorwerfen zu lassen, wenn die Politik nicht in den nächsten acht Tagen ein deutliches Zeichen setze. "Ich werde mich von Europa fressen lassen", sagte Skaf.

Nichts mehr zu verlieren
Skaf berichtete unter Tränen von ihrer Flucht, dem Krieg und rief dazu auf, das Sterben im Mittelmeer zu beenden. "Ich habe nichts mehr zu verlieren, weil ich alles verloren habe." Mit der Aktion wollen Künstler eine Änderung im Aufenthaltsgesetz erreichen, das die Beförderung von Ausländern ohne Papiere verbietet. Das für Provokationen bekannte Zentrum für politische Schönheit baute dazu vor dem Maxim Gorki Theater eine Arena mit lebenden Tigern auf.

7 Flüchtlinge wollen sich fressen lassen
Es gebe angeblich schon sieben Flüchtlinge, die sich fressen lassen würden, sagte eine Aktivistin. Die Forderung: Die deutsche Bundesregierung soll zulassen, dass die Gruppe am 28. Juni 100 Syrer mit dem Flugzeug aus der Türkei nach Deutschland bringt.

Der Berliner Kulturstaatssekretär Tim Renner erklärte dazu am Montag, es liege in der Verantwortung des Gorki-Theaters, welche künstlerischen Gruppen es einlade. Und: "Die Aufgabe von Kunst ist nicht, bequem zu sein." Das Bundesinnenministerium hatte die vergangene Woche gestartete Aktion als "zynisch" bezeichnet.
 

Zur Vollversion des Artikels