Urlauber-Schock
Türkei schließt plötzlich 4.000 Hotels
26.06.2025Kurz vor Beginn der Hauptreisezeit hat die türkische Regierung überraschend rund 4.000 Hotels schließen lassen.
Der Schritt sorgt für große Unsicherheit bei Touristen und massive Unruhe in der Tourismusbranche. Doch was steckt wirklich hinter der plötzlichen Maßnahme?
Auslöser für die drastischen Schließungen war eine Serie landesweiter Kontrollen, die nach einem tödlichen Hotelbrand im Wintersportort Kartalkaya angeordnet wurden. Bei dem Vorfall waren 78 Menschen ums Leben gekommen. Als Reaktion darauf verschärfte das türkische Kultus- und Tourismusministerium die Anforderungen an Hotels deutlich – insbesondere in den Bereichen Brandschutz, Hygiene und Genehmigungen.
Sicherheitsmängel
Die Inspektionen förderten zahlreiche Unregelmäßigkeiten zutage: Viele der betroffenen Hotels verfügten nur über kommunale Betriebserlaubnisse, nicht aber über die gesetzlich vorgeschriebene staatliche Tourismuslizenz („Turizm İşletme Belgesi“). Diese ist in der Türkei jedoch zwingend erforderlich, um Übernachtungen offiziell anbieten zu dürfen.
Von den 4.000 betroffenen Hotels erfüllen laut Branchenangaben viele die neuen Anforderungen (noch) nicht oder haben Probleme mit der bürokratischen Umsetzung. Besonders betroffen sind kleinere, familiengeführte Betriebe, die oft nicht die Mittel oder das Wissen haben, um kurzfristig die geforderten Standards zu erfüllen.
„Es ist gut möglich, dass nur etwa 200 der geschlossenen Hotels noch rechtzeitig vor der Sommersaison wieder öffnen können“, warnt Serdar Karcılıoğlu, Präsident des Hotelverbands von Bodrum. Die Folge: Zehntausende Hotelbetten fehlen – ausgerechnet zu Beginn der Hauptreisezeit.
Urlauber verunsichert
Viele Reisende stehen derzeit vor verschlossenen Türen. Buchungsplattformen haben zwar begonnen, betroffene Unterkünfte aus dem Angebot zu nehmen, doch für viele Touristen kam die Nachricht zu spät. Reiseveranstalter arbeiten daran, ihre Kunden kurzfristig umzubuchen, doch in beliebten Urlaubsregionen wie Antalya, Bodrum oder Alanya wird es zunehmend eng.
Der Rat an Urlauber: Unbedingt prüfen, ob das gebuchte Hotel über eine gültige staatliche Lizenz verfügt – entweder über das Buchungsportal oder direkt bei den türkischen Tourismusbehörden. Wer über einen Reiseveranstalter gebucht hat, sollte dort nach einer Absicherung oder Alternative fragen.