Akutes Leberversagen

US-Behörde: Das steckt hinter mysteriösen Hepatitis-Fällen bei Kindern

30.04.2022

US-Gesundheitsexperten vermuten ein Adenovirus hinter einer Häufung ungeklärter Hepatitis-Erkrankungen bei Kindern.  

Zur Vollversion des Artikels
© Getty Images
Zur Vollversion des Artikels

Bei neun derartigen Fällen in Alabama seien alle betroffenen Kinder positiv auf das Adenovirus 41 getestet worden, erklärte die US-Gesundheitsbehörde CDC am Freitag. "Zum jetzigen Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass das Adenovirus die Ursache für die gemeldeten Fälle sein könnte, aber andere mögliche Umwelt- und Situationsfaktoren werden noch untersucht."

Es gibt über 50 bekannte Adenoviren, die normalerweise nur leichte Erkrankungen, in den meisten Fällen Erkältungen, auslösen. Das Adenovirus 41 kann bei Kindern Gastroenteritis verursachen, aber "es ist normalerweise nicht als Ursache für Hepatitis bei ansonsten gesunden Kindern bekannt", erklärte das CDC.

Kein Zusammenhang mit Corona

Eine Untersuchung der Fälle in Alabama hat demnach andere Möglichkeiten wie Covid, die Hepatitis-Viren A, B und C oder Morbus Wilson als Ursachen ausgeschlossen. Die Kinder im Alter von einem bis sechs Jahren litten unter Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen und Gelbsucht. Drei von ihnen erlitten akutes Leberversagen, zwei benötigten eine Lebertransplantation.

Seit Ende März hatten mehrere Länder derartige ungeklärte Hepatitis-Fälle bei Kindern gemeldet. Die ersten Fälle traten in Großbritannien auf, weitere gab es in anderen europäischen Ländern, Israel und Japan. In Österreich wurde zwei Fälle bekannt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO zählt bisher 170 Fälle in elf Ländern. Im US-Staat Wisconsin, wo ebenfalls vier Fälle verzeichnet wurden, starb ein Kind an den Folgen. Hepatitis ist eine Entzündung der Leber, die bei gesunden Kindern nur selten auftritt.

Auch die EU-Gesundheitsbehörde ECDC hatte sich am Donnerstag besorgt über die ungeklärten Krankheitsfälle gezeigt. Die EU-Behörde war als "Arbeitshypothese" ebenfalls von einem möglichen Zusammenhang mit Adenoviren ausgegangen.
 

Zur Vollversion des Artikels