Der Unbekannte

Joe Biden als 'running mate'

03.11.2008

Joe Biden gilt als politisch versiert. Verhilft er Obama zum Sieg?

Zur Vollversion des Artikels
© Reuters
Zur Vollversion des Artikels

Tragischer Unfalltod seiner Lieben
Joseph Robinette Biden Jr. wird am 20. November 1942 in Scranton, Pennsylvania, als ältestes von vier Kindern geboren.

Nach dem Umzug nach Claymont schließt er die katholische Archmere Academy erfolgreich ab und graduiert 1965 an der Universität von Delaware in Geschichte und Politikwissenschaft. Nach der Promotion in Jus an einem College of Law arbeitet er lange Jahre als Anwalt.

Nur sechs Jahre nach der Hochzeit mit seiner Highschool-Liebe Neilia Hunter 1966 wird Biden zum Witwer, als seine Frau und seine Tochter Naomi (1971) bei einem Autounfall ihr Leben verlieren. Seine beiden Söhne Beau (1969) und Hunter (1970) überleben das Unglück schwer verletzt.

1977 heiratet Biden erneut. Jill Tracy Jacobs ist Doktor der Pädagogik und arbeitet seit mehr als zwanzig Jahren als Erzieherin in Schulen. Zurzeit unterrichtet sie ebenfalls als Professorin an einer technischen Hochschule. Joe Biden und Jill Tracy haben eine gemeinsame Tochter, Ashley (1981), und sind Mitglieder der römisch-katholischen Kirche.

Erst beim dritten Anlauf
Nur wenige Wochen vor dem tragischen Unfall, gewinnt Biden die Wahl zum US-Senator. 1973 tritt er seine erste Amtszeit an und wird fünf Mal wiedergewählt. Überlegungen, ob er seinen jungen Söhnen zuliebe zurücktreten soll, werden rasch im Keim erstickt.

In seiner Amtszeit als Senator ist er mit den unterschiedlichsten Themen befasst: von der Einschränkung des Waffenbesitzes, über die Ausweitung der Rechte von Frauen, bis hin zu konkreten Maßnahmen in der Anti-Drogen Politik.

Biden ist bereits zwei Mal zur Nominierung zum demokratischen Präsidentschaftskandidaten angetreten. Nachdem er bereits 1984 mit dem Gedanken spielt, tritt Biden 1988 zu den Präsidentschaftswahlen als demokratischer Kandidat an. Nach einem Plagiatsvorwurf zieht er seine Kandidatur aber zurück. 2006 erklärt er erneut seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen 2008, scheidet aber vorzeitig nach den Vorwahlen in Iowa aus dem Rennen aus.

Am 23. August diesen Jahres verkündet Obama Joe Biden als seinen Vizepräsidentschaftskandidaten.

Befreundet mit dem Feind
Als Katholik und Befürworter der Abtreibungsrechte gerät er am Beginn seiner Kampagne unter heftigen Beschuss - ihm wird vorübergehend vom Bischof sogar die Heilige Kommunion verweigert.

Dass das Hauptaugenmerk der Medien auf der republikanischen Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin liegt, hält ihn nicht davon ab, sich weiter um die sogenannten "swing states" zu kümmern und zu versuchen die Hillary Anhänger auf seine Seite zu bekommen. Und obwohl er seit Jahren privat mit John McCain befreundet ist, attackiert er diesen mit schweren Vorwürfen.

Die Einstellung Bidens zu den wichtigsten Wahlkampfthemen kann man als liberal bezeichnen. Seine Entscheidung nach 9/11 die Bodentruppen in Afghanistan aufzustocken, sowie den Irakkrieg 2003 zu beginnen, bereut er heute, wie viele seiner Parteikollegen.

Zur Vollversion des Artikels