Italien

Zu teuer: Immer mehr Skigebiete geben auf

30.01.2026

Während Italien dem Beginn der Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina im Februar entgegenfiebert, wächst die Zahl der nicht mehr betriebener Skianlagen im Land 

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Die Zahl der in Italien stillstehenden Skigebiete bzw. -lifte hat sich seit 2020 verdoppelt, zeigt eine Analyse des Studienzentrums "Centro Studi Rina Prime" auf Basis von Daten des Umweltschutzverbands Legambiente.

Das Problem sei nicht nur ökologischer, sondern auch wirtschaftlicher und sozialer Natur, betonte Massimiliano Miceli, Leiter des "Centro Studi Rina Prime" laut der Mailänder Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore"(Freitagsausgabe). Die Anlagen seien wichtige lokale Wirtschaftsmotoren. Ihre Schließung habe Arbeitsplatzverluste, Rückgänge bei Touristenzahlen und in einigen Fällen die Abwanderung ganzer Täler zur Folge.

2025 wurden insgesamt 265 Anlagen nicht mehr betrieben, 2020 waren es noch 132. Besonders betroffen sind die oberitalienischen Regionen Piemont mit 76 stillgelegten Skianlagen, gefolgt von der Lombardei (33) und Venetien (30).

218 Anlagen erhalten derzeit noch öffentliche Fördermittel

Auch andere Regionen weiter im Süden - in Mittelitalien - sind von der Stilllegung der Skianlagen betroffen. In der Apenninenregion Abruzzen wurden 31 Anlagen stillgelegt, in der Toskana sind es 20 und in der Emilia-Romagna 15. Neben den finanziellen und klimatischen Problemen belasten steigende Betriebskosten und zunehmender Wettbewerb aus dem Ausland die Skigebiete.

218 Anlagen erhalten derzeit noch öffentliche Fördermittel, meist jedoch für Standorte, die wirtschaftlich und klimatisch nicht mehr tragfähig seien, betonte Miceli. Er fordert eine effizientere Nutzung der Mittel, etwa für Modernisierung der Skianlagen und Schulung neuer Fachkräfte. Ein möglicher Ausweg sei die Umstellung auf nachhaltige Infrastruktur und Ganzjahrestourismus, etwa durch Wander-, Bike- und Wellness-Angebote sowie erneuerbare Energien, betonte Miceli.