21. Jänner 2009 11:40
Immer wieder kämpfte Doris Burghard gegen ein paar Kilos um die Taille. Zu
einer Hungerkur wollte sie sich aber nicht durchringen. „Ich habe konsequent
einen Monat lang auf Süßes und Alkohol verzichtet. Und passe wieder in meine
Hosen“, erzählt die Versicherungsangestellte.
Alkohol und Süßigkeiten
„Der Kaloriengehalt von Alkohol
und Süßigkeit wird meist unterschätzt“, bestätigt auch Bernhard Ludvik,
Stoffwechselexperte am AKH. Auf die genussvollen Dickmacher zu verzichten,
ist aber nicht einfach. Vor allem Naschkatzen können vom Zucker nicht leicht
lassen. Denn wie US-Mediziner jetzt nachweisen konnten, kann der regelmäßige
Verzehr von Süßigkeiten zur echten Sucht werden. Im Tierversuch zeigten
Ratten, die mit Zuckerwasser gefüttert wurden, alle Symptome einer
klassischen Sucht.
Umbau im Gehirn
Dabei entdeckten die Neurowissenschafter auch
Veränderung im Hirnstoffwechsel: Beim Konsum von Süßem wird in der Region
des Nucleus Accumbens der Botenstoff Dopamin freigesetzt. Er gilt als
chemisches Signal, das erst Motivation und im Laufe der Zeit Sucht auslöst.
Ähnliche Veränderungen hatten die Forscher zuvor bei Ratten beobachtet, die
nach Kokain oder Heroin süchtig waren.
Forschungsleiter Bart Hoebel sieht hier eine mögliche Erklärung für diverse
Esssüchte. Was auch erklärt, warum der Kampf gegen Übergewicht so oft
verloren wird.
So macht Zucker süchtig
Bei hohem Zuckerkonsum wird in der
Region des „Belohnungszentrums“ der Botenstoff Dopamin freigesetzt, der bei
Wiederholungen zur Sucht führen kann. In der Folge kommt es zu
Umbauprozessen im Gehirn und zu einer Vermehrung der Opioid-Rezeptoren.
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