Vier Jahre Haft
Siegessicher: Diddy wollte schon am Montag wieder auftreten
Sean "Diddy" Combs betrat den Gerichtsaal mit einer dunklen Hose und beigem Pullover, eine ungewöhnliche Bekleidung für einen Verurteilten. Normalerweise dürfen verurteilte Straftäter ihre Privatkleidung nicht tragen. Der Richter Arun Subramanian hat ihm die Erlaubnis erteilt.
Im Gerichtsaal wurde dann das endgültige Urteil verkündet: 50 Monate Haft, 500.000 Dollar Strafe und fünf Jahre Bewährung für den ehemaligen Rap-Mogul. Dazu sagte der Richter: "An diesem Fall war nichts gut. Das Einzige Gute waren die starken Frauen, die den Mut hatten, ihre Stimme zu erheben."
"In meiner ganzen Karriere noch nie gesehen"
Während der Anhörung hörte der Angeklagte regungslos zu. Sein Kopf gesenkt, der Körper zusammengesackt und die Hände im Schoß verschränkt. Seine Familie war den Tränen nah. Seine Mutter Janice musste sich die Augen wischen. Die übrigen Angehörigen schauten still auf Diddy.
Die Anhörung dauerte Ewigkeiten. Gegenüber der "Bild" sagte ein Anwalt, welcher privat dort war: "So etwas habe ich in meiner ganzen Karriere noch nie gesehen." Ebenfalls waren Journalisten fassungslos über die teils verrückten Argumente der Verteidigung.
Seine Anwälte versuchten alles
Seine Anwälte kämpften für ihren Mandanten. Anwalt Brian Steel präsentierte Diddy als einen "Bürgerrechtsführer" und beschwerte sich über die aktuelle Situation seines Mandanten. Er habe seit einem Jahr nie länger als zwei Stunden am Stück geschlafen, kein richtiges Tageslicht gesehen, außer auf seinem Weg ins Gericht.
Die Anwältin Nicole Westmoreland weinte während der Anhörung. Sie erinnerte an die Karriere ihres Mandanten und seinen Einfluss.
Opfer zog sich zurück
Einen der riesigen Schocks löste das Opfer Nr. 3. "Mia", frühere Assistentin von Diddy, wollte eigentlich ein Statement abgeben. Doch sie zog dieses in letzter Minute zurück. Diddys Anwälte hatten das Opfer in einem Brief als eine Lügnerin bezeichnet. Der Richter war wütend: "Das war unangemessen und darf nicht wieder vorkommen."
Ein weiterer Schock: Diddy wollte schon am Montag in Miami auftreten, so die Staatsanwältin Slavik. Er rechnete mit seiner Entlassung und zeigte keine Spur von Reue.
Seine Kinder wollen ihn zurück
Emotional wurde es während der Aussagen von Diddys sechs Kindern. Unter Tränen baten sie den Richter, ihren Vater freizulassen. Viele im Saal weinten mit.
Zum Schluss versuchte die Verteidigung noch einmal Mitleid für den gefallenen Star zu haben. In einem elf Minuten langen Video zeigten sie Diddy als einen fürsorglichen Vater und Wohltäter. Sie zeigten dabei Marathonläufe, Geburtstagslieder und Krankenhausbesuche.
"Es tut mir so leid"
Das letzte Wort hat der Angeklagte. Er blickte immer wieder auf seine Notizen und bat den Richter, mit stockender Stimme, um Nachsicht: "Das Schwerste war, während des Prozesses still sein zu müssen – nicht sagen zu dürfen, wie leid mir alles tut. Ich habe mich in meinem Ego verloren. Ich habe meine Karriere, meinen Ruf und meinen Selbstrespekt verloren. Ich hasse mich im Moment selbst."
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Diddy entschuldigte sich bei seiner Ex-Freundin Cassie Ventura, bei Jane und bei allen Opfern von häuslicher Gewalt. Am Ende seiner Rede sagte er mit Tränen im Gesicht zu seiner Mutter und Kindern im Saal: "Es tut mir so leid!" Seine Fans im Saal weinten mit ihm.
Strafmaß "verfassungswidrig"
Nach der Urteilsverkündung war die Enttäuschung groß bei der Verteidigung. Der Anwalt Brian Steel sprach wütend zur Presse: "Ein Mensch sitzt nun für 50 Monate im Gefängnis. Das ist ein trauriger Tag für alle Beteiligten."
Der Anwalt setzte fort und bezeichnete das Strafmaß sogar als "verfassungswidrig" und kündigte gleichzeitig Berufung an. Er kritisierte den Richter Subramanian: "Er hat sich wie ein 13. Geschworener verhalten – einer, den wir nicht gewählt haben – und das eindeutige Jury-Urteil im Nachhinein infrage gestellt."
Anwältin feiert Erfolg
Die Anwältin der Verteidigung, Gloria Allred, sagte zur "Bild": "Es ist gut, dass es endlich ein Stück Gerechtigkeit gibt – und für die Opfer bedeutet das Trost. Viele hatten Angst, dass er schon heute oder in ein paar Monaten freikommt und sich an ihnen rächen könnte. Das wird nun nicht passieren."
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