Sex-Lehrer 
darf wieder unterrichten

Kündigung unmöglich

© Getty Images, APA

Sex-Lehrer 
darf wieder unterrichten

„Ich verstehe dieses Urteil nicht, aber ich muss mich daran halten.“ Fritz Enzenhofer, Landesschulratspräsident in Linz, muss ab Montag einen Lehrer beschäftigen, der 2006 in Salzburg rechtskräftig zu einer bedingten Haftstrafe verurteilt wurde, weil er mehrere Male Kinderpornos aus dem Internet heruntergeladen hatte.

Der Hauptschullehrer mit den Fächern Mathematik, Chemie und Physik wohnt weiter in Salzburg, „flüchtete“ aber beruflich nach Oberösterreich. Zu Beginn des vergangenen Schuljahres tauchten Gerüchte auf, der Pädagoge sei pädophil. Enzenhofer suspendierte den Mann wegen Gefahr im Verzug.

Lesen Sie mehr: 225 Sex-Täter kommen pro Jahr frei >>>

Verzögerung
Es dauerte Wochen, bis der Verdacht durch eine Auskunft der Justiz zur Gewissheit wurde und Enzenhofer die Kündigung aussprach. Wegen dieser „Verzögerung“ hob das Arbeitsgericht in zwei Instanzen die Kündigung auf. Enzenhofer: „Ich habe eindringlich mit ihm gesprochen, das Thema wird immer wieder aufkommen. Er besteht aber darauf, dass er unterrichten will.“

Geheim
Offiziell gilt der verurteilte Lehrer als geheilt. Der Landesschulrat konnte nur dafür sorgen, dass er nicht auf Kinder unter 14 Jahren trifft. Wo der Mann ab Montag unterrichtet, darf Enzenhofer nicht sagen: „Er war mit seinem Anwalt bei mir und hat mir mit Klage gedroht.“ Nur die Schulaufsicht und der Direktor sind informiert. Lehrerkollegen und Eltern dürfen nichts wissen.

Skurril: Wäre der Lehrer Beamter, „wäre er schon lange weg“, so Enzenhofer. Denn dann würde der Passus greifen, wonach kein Beamter dem Ansehen seines Berufsstand schaden darf. Und Pädophilie bedeute wohl eine Schädigung des Ansehens.

Diesen Artikel teilen:

Postings (0)

Postings ausblenden

Posten Sie Ihre Meinung

Anzeigen

Werbung

Top Gelesen 1 / 5
Wut-Wirtin drohen zwei Jahre Haft
FPÖ zeigt sie an Wut-Wirtin drohen zwei Jahre Haft
Eine Wiener Wirtin fordert Hofer-Wähler auf, „weiterzugehen“ – für die FPÖ Verhetzung. 1
FPÖ klagt Hofer-Wirtin
Lokalverbot FPÖ klagt Hofer-Wirtin
Toni Mahdalik hat wegen "Verdachts auf Verletzung der Menschenwürde" geklagt. 2
Kampfsportlerin ringt Sex-Täter vom Praterstern nieder
Nach Attacke Kampfsportlerin ringt Sex-Täter vom Praterstern nieder
Der Flüchtling, der am Praterstern eine Studentin vergewaltigte, ging auf Beamtin los. 3
Wirbel um 8.252 Euro Sozialhilfe für Familie
Afghanisches Ehepaar hat 9 Kinder Wirbel um 8.252 Euro Sozialhilfe für Familie
Der Fall einer Flüchtlingsfamilie lässt derzeit die Wogen hochgehen. 4
Wien wird zum Zentrum der Bandenkriege
Angst und Schrecken Wien wird zum Zentrum der Bandenkriege
Praterstern, Millennium City und Gürtel: Hier muss die Polizei durchgreifen. 5

  Diese Website verwendet Cookies. Durch die Verwendung dieser Website stimmen Sie dem damit verbundenen Einsatz von Cookies zu.