Sex-Skandal erschüttert Stift Admont

Liezen

Sex-Skandal erschüttert Stift Admont

Wegen sexueller Handlungen mit Jugendlichen aus der Obersteiermark ist ein Pater des Stiftes Admont suspendiert worden. Angezeigt wurde er laut "Falter" bereits vor drei Wochen von der Mutter der beiden heute 17 und 19 Jahre alten Burschen. Mit ihnen soll der Seelsorger zweier Pfarren in den vergangenen drei Jahren mehrmals sexuellen Kontakt gehabt haben.

Ermittlungen laufen

Walter Plöbst von der Staatsanwaltschaft Leoben bestätigte Dienstagnachmittag, dass Ermittlungen gegen das Mitglied des Stiftes Admont laufen. Aus zivilrechtlicher Sicht würde ein Delikt dann vorliegen, wenn sexuelle Handlungen mit mündigen Jugendlichen (im Alter zwischen 14 und 18 Jahren) stattfinden, die der Erziehung, Ausbildung oder der Aufsicht des Verdächtigen unterstehen. Ermittelt werde daher, ob ein Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses vorliegt. "Es werden noch Zeugen einvernommen", erklärte Plöbst. Laut "Falter" soll der Pater in den vergangenen drei Jahren mehrmals mit dem heute 19-Jährigen sexuelle Handlungen vollzogen haben, mit dem heute 17-Jährigen einmal im Jahr 2013. Geschlechtsverkehr habe es keinen gegeben.

Aus allen Ämtern enthoben

Wie das Stift Admont am Dienstag festhielt, sei der Pater nach Bekanntwerden der Vorwürfe sofort von allen Ämtern und Aufgaben enthoben worden. "Mit großer Betroffenheit habe ich vor rund drei Wochen von den Vorwürfen sexueller Vergehen gegen einen unserer Mitbrüder erfahren", so Abt Bruno Hubl in der Stellungnahme. Der Pater sei bis zur endgültigen Klärung als Leiter des Bildungshauses Kafernaum im Stift und Pfarrer in zwei Pfarren enthoben worden. Der Pater habe sich geständig gezeigt. Frühere sexuelle Übergriffe des Paters, der erst vor wenigen Jahren aus Deutschland ins obersteirische Stift gekommen ist, seien nicht bekannt, zu den aktuellen Vorwürfen habe er sich geständig gezeigt, wie der Pressesprecher des Stiftes schilderte.

Betont wurde von Abt Bruno Hubl auch, dass die Vorwürfe "in keinerlei Zusammenhang mit seiner Tätigkeit in der Pfarr- und Jugendseelsorge" stünden: "Die Betroffenen, die bereits Anzeige wegen Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses erstattet haben, sind weder Schüler des Gymnasiums noch Jugendliche aus den von ihm bisher betreuten Pfarren", so der Abt. Den Betroffenen habe man unabhängige psychologische Unterstützung angeboten und vermittelt. Weiters seien die Vorwürfe an die Glaubenskongregation in Rom weitergeleitet worden und die Beratungsstelle für Betroffene sexuellen Missbrauchs der Diözese Graz benachrichtigt worden. Diese war vorerst für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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