Kürzungen
Italien: Sparplan kostet jeder Familie 1.000 Euro
Kürzungen bei Kindergeld und Bildung, Gesundheitswesen teurer.
Blut und Tränen verlangt die Regierung in Rom von den Italienern, um die gewaltige Staatsschuld unter Kontrolle zu bringen und die internationalen Märkte von der Zahlungsfähigkeit des Landes zu überzeugen. Um die riesige Verschuldung abzubauen, die Italiens Finanzen bedroht, wird in der römischen Abgeordnetenkammer am heutigen Freitag ein Sparpaket in der Höhe von über 70 Milliarden verabschiedet werden.
Das neue Paket enthält Sparmaßnahmen von 47 Mrd. Euro. Rechnet man ein altes Programm noch hinzu, will Italien bis 2014 insgesamt 79 Mrd. Euro kürzen. Geplant sind Einsparungen von 3 Milliarden im laufenden Jahr, 6 Milliarden 2012, 25 Milliarden 2013 und 45 Milliarden 2014. Das Kabinett will unter Federführung von Wirtschaftsminister Giulio Tremonti das Haushaltsdefizit bis Ende 2014 auf 0,2 Prozent der Wirtschaftsleistung reduzieren.
Nach Schätzungen von Experten wird das Sparpaket jeder italienischen Familie 1000 Euro an zusätzlichen Ausgaben im Zeitraum von zwei Jahren kosten. Die Gewerkschaften sprechen sogar von 1800 Euro. Sicher ist, dass die Italiener in den nächsten Jahren den Gürtel enger schnallen müssen. Bis 2014 werden die Gehälter der Staatsbeamten nicht mehr erhöht und kein neues Personal soll in der öffentlichen Verwaltung eingestellt werden.
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