Wenn es draußen kühler wird, drehen viele die Heizung wieder auf. Doch gerade zu Beginn der Heizsaison schleichen sich einige Fehler ein, die unnötig Energie kosten. Oft sind es Kleinigkeiten, die sich über Wochen und Monate summieren: falsches Lüften, zugestellte Heizkörper oder eine zu hohe Raumtemperatur. Wer die typischen Heizfehler kennt, kann es zu Hause angenehm warm haben, ohne unnötig viel Energie zu verbrauchen.
Die Heizung ständig auf- und abdrehen
Ein häufiger Irrtum: Wer die Heizung tagsüber komplett ausschaltet und abends voll aufdreht, spart automatisch Energie. Tatsächlich hängt der Verbrauch davon ab, wie stark die Räume auskühlen und wie lange sie später wieder aufgeheizt werden müssen.
Sinnvoller ist es, die Temperatur an die Nutzung der Räume anzupassen. Wer tagsüber außer Haus ist, kann die Heizung etwas herunterregeln. Bei längerer Abwesenheit sollte die Wohnung jedoch nicht unnötig stark auskühlen.
Zu stark heizen
Ein Grad mehr Raumtemperatur kann den Heizenergieverbrauch spürbar erhöhen. Als grobe Faustregel gilt: Ein Grad weniger kann rund sechs Prozent Heizenergie sparen, der tatsächliche Effekt hängt allerdings vom Gebäude und der Heizungsanlage ab.
Als Orientierung empfehlen sich etwa 20 Grad im Wohnzimmer, rund 18 Grad im Schlafzimmer und ungefähr 22 Grad im Badezimmer. Das persönliche Wärmeempfinden, die Nutzung des Raums und die baulichen Gegebenheiten spielen dabei ebenfalls eine Rolle.
Fenster dauerhaft gekippt lassen
Gerade im Herbst bleibt das Fenster gerne stundenlang gekippt, damit frische Luft hereinkommt. Währenddessen entweicht jedoch kontinuierlich Wärme, insbesondere wenn die Heizung läuft.
Besser ist Stoßlüften: Fenster für einige Minuten weit öffnen und anschließend wieder schließen. Bei gegenüberliegenden Fenstern sorgt Querlüften für einen besonders schnellen Luftaustausch. Wie lange gelüftet werden sollte, hängt unter anderem von Wind, Außentemperatur und Feuchtigkeit ab.
Das Thermostat falsch bedienen
Wer das Thermostat auf Stufe fünf dreht, heizt den Raum nicht unbedingt schneller auf. Die Zahlen stehen bei vielen Thermostatventilen für eine angestrebte Raumtemperatur. Eine höhere Stufe bedeutet vor allem, dass die Heizung länger heizt, bis die höhere Zieltemperatur erreicht ist.
Deshalb reicht es, die gewünschte Stufe einzustellen. Wer es im Wohnzimmer bei etwa 20 Grad angenehm findet, braucht das Thermostat nicht vorsorglich auf die höchste Stufe zu drehen.
Die Heizung vor dem Lüften nicht herunterregeln
Beim Lüften strömt kalte Außenluft in den Raum. Wenn das Thermostat direkt am offenen Fenster sitzt, kann es die kalte Luft als starken Temperaturabfall wahrnehmen und das Heizventil öffnen.
Darum ist es sinnvoll, die Heizung während des Lüftens herunterzuregeln, besonders bei längerem Lüften. Danach kann wieder die gewünschte Temperatur eingestellt werden.
Die Heizung nicht entlüften
Gluckert der Heizkörper oder wird er trotz aufgedrehtem Thermostat nur teilweise warm, kann Luft im Heizsystem sein. Diese kann die Wärmeabgabe beeinträchtigen.
In solchen Fällen kann Entlüften helfen. Wichtig ist allerdings: Nicht jeder kalte Heizkörper ist automatisch ein Zeichen für Luft im System. Bleibt das Problem bestehen oder muss häufig entlüftet werden, sollte die Heizungsanlage überprüft werden.