Hygiene-Studie
Ekel-Report: Jeder Achte wäscht sich nach dem Klo nicht die Hände
94 Prozent der Menschen in Österreich geben an, dass ihnen persönliche Hygiene wichtig ist. 70 Prozent bezeichnen sie sogar als "sehr wichtig". So weit, so sauber. Doch ein genauerer Blick auf den dm Hygiene-Report 2026 offenbart einige Ergebnisse, die einem den Appetit verderben.
Für die repräsentative Studie wurden im Juli 2026 insgesamt 1.005 Menschen ab 16 Jahren in ganz Österreich befragt. Besonders auffällig: Obwohl sich die Mehrheit selbst für hygienebewusst hält, werden selbst grundlegende Sauberkeitsregeln nicht von allen konsequent eingehalten.
Jeder Achte wäscht nach dem WC nicht immer die Hände
Nur 87 Prozent der Befragten geben an, sich nach jedem Toilettengang die Hände zu waschen. Im Umkehrschluss bedeutet das: 13 Prozent – also mehr als jeder Achte – verzichten zumindest gelegentlich darauf.
Noch lockerer sieht man es offenbar nach direktem Körperkontakt. Nach dem Händeschütteln waschen sich gerade einmal 15 Prozent immer die Hände. Vor dem Essen greifen nur 59 Prozent grundsätzlich zu Wasser und Seife.
Auch in der Küche ist die Hygiene nicht für alle selbstverständlich. Vor dem Kochen waschen sich 67 Prozent immer die Hände, nach dem Umgang mit rohem Fleisch sind es lediglich 66 Prozent. Ein Drittel tut das also nicht konsequent – obwohl gerade rohes Fleisch mit Keimen wie Salmonellen oder Campylobacter belastet sein kann.
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Küchenschwämme bleiben viel zu lange im Einsatz
Eine besonders unappetitliche Angelegenheit sind Österreichs Küchenschwämme. Nur 45 Prozent tauschen ihren Schwamm mindestens einmal pro Woche aus. Mehr als die Hälfte verwendet ihn somit länger – obwohl sich in dem feuchten Material besonders leicht Bakterien und unangenehme Gerüche sammeln können.
Dabei kommt der Schwamm täglich mit Tellern, Besteck, Arbeitsflächen und Essensresten in Berührung. Was eigentlich für Sauberkeit sorgen soll, kann so selbst zur Keimschleuder werden.
Fast jeder Dritte wechselt Socken nicht täglich
Auch beim Wäschewechsel nehmen es nicht alle ganz genau. 78 Prozent ziehen täglich frische Unterwäsche an. Das bedeutet allerdings auch: Mehr als jeder Fünfte wechselt seine Unterhose nicht jeden Tag.
Bei den Socken fällt das Ergebnis noch deutlicher aus. Nur 70 Prozent tauschen sie täglich – fast jeder Dritte trägt seine Socken somit länger als einen Tag oder wechselt sie zumindest nicht konsequent täglich.
Bei Handtüchern geben 77 Prozent an, diese mindestens einmal pro Woche auszutauschen. Fast ein Viertel verwendet sie demnach länger. Besonders problematisch kann das bei feuchten Handtüchern sein, die nach dem Gebrauch nicht vollständig trocknen.
Sieben Prozent verwenden überhaupt kein Deo
68 Prozent der Menschen in Österreich duschen mindestens einmal täglich. 59 Prozent steigen einmal pro Tag unter die Dusche, neun Prozent sogar mehrmals.
Beim Deo sind es 65 Prozent, die täglich oder sogar mehrmals täglich nachlegen. Sieben Prozent verwenden hingegen überhaupt kein Deo oder Antitranspirant. Und das, obwohl 73 Prozent der Befragten sagen, dass ihnen die Vermeidung von Körpergeruch sehr wichtig sei.
Öffis schneiden beim Geruchs-Check besonders schlecht ab
Zu Hause sind 89 Prozent mit der Hygiene ihrer Mitmenschen zufrieden. Sobald es hinaus in die Öffentlichkeit geht, kippt die Stimmung jedoch deutlich.
In Restaurants und Bars sind noch 67 Prozent zufrieden, im Supermarkt 62 Prozent und am Arbeitsplatz 59 Prozent. Das absolute Hygiene-Schlusslicht sind Bus, Bim und Bahn: Nur 40 Prozent bewerten die Körperpflege ihrer Mitmenschen in öffentlichen Verkehrsmitteln positiv. 20 Prozent sind mit der Hygiene anderer Fahrgäste sogar ausdrücklich unzufrieden.
Der Hygiene-Report zeigt damit: Österreich hält große Stücke auf Sauberkeit – zumindest theoretisch. In der Praxis scheitert es aber erstaunlich oft an frischen Socken, einem neuen Küchenschwamm oder dem Griff zur Seife nach dem Toilettengang.