Vorsicht

Laut Studie: Ab dieser Temperatur können heiße Getränke Krebs auslösen

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Für viele gehört eine heiße Tasse Kaffee oder Tee zum Morgen einfach dazu. Doch wie heiß ist eigentlich zu heiß? Eine große britische Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen dem Konsum sehr heißer Getränke und einem erhöhten Risiko für Speiseröhrenkrebs.
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Wenn es draußen kälter wird, gibt es kaum etwas Gemütlicheres als eine dampfende Tasse Tee oder Kaffee. Doch wer direkt nach dem Aufgießen zum ersten Schluck ansetzt, sollte besser kurz warten. Denn sehr heiße Getränke können die empfindliche Schleimhaut der Speiseröhre schädigen. Wird sie wiederholt hohen Temperaturen ausgesetzt, kann das langfristig das Krebsrisiko erhöhen.

Eine neue Analyse britischer Forschender bestätigt frühere Beobachtungen aus anderen Teilen der Welt. Die Ergebnisse wurden im International Journal of Cancer veröffentlicht und zeigen, dass nicht nur die Häufigkeit des Konsums, sondern auch die Temperatur eine Rolle spielen könnte.

Ab 65 Grad wird es kritisch

Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC), eine Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), stuft das Trinken von sehr heißen Getränken als "wahrscheinlich krebserregend" ein. Als besonders problematisch gilt dabei eine Trinktemperatur von mehr als 65 Grad Celsius.

Entscheidend ist die Unterscheidung: Nicht Kaffee oder Tee an sich werden damit als krebserregend eingestuft. Vielmehr geht es um Getränke, die so heiß konsumiert werden, dass sie das Gewebe in Mund und Speiseröhre wiederholt thermisch reizen oder schädigen können.

Große Studie mit Hunderttausenden Teilnehmenden

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Für die aktuelle Analyse werteten Epidemiologen der Universität Oxford Daten aus zwei großen britischen Untersuchungen aus: der "Million Women Study" und der "UK Biobank".

In der ersten Studie hatten zwischen 1996 und 2001 insgesamt 501.112 Frauen im Alter von 50 bis 64 Jahren Angaben zu ihren Lebensgewohnheiten gemacht. Dazu gehörte auch, ob sie Heißgetränke als "sehr heiß", "heiß" oder "warm" tranken. Für die zweite Untersuchung wurden zwischen 2006 und 2010 entsprechende Angaben von 467.170 Frauen und Männern im Alter von 37 bis 73 Jahren erhoben.

Das Ergebnis: Personen, die sehr heiße Getränke konsumierten, hatten im Vergleich zu Menschen, die ihre Getränke warm tranken, ein 3,17-fach erhöhtes Risiko für Plattenepithelkarzinome der Speiseröhre. Dabei handelt es sich um eine bestimmte Form von Speiseröhrenkrebs.

Auch die Häufigkeit des Konsums spielte eine Rolle. Wer täglich sechs oder mehr heiße Getränke trank, hatte nach Berücksichtigung der Trinktemperatur ein um 71 Prozent erhöhtes Risiko für diese Krebsform im Vergleich zu Personen, die weniger als sechs heiße Getränke pro Tag konsumierten.

Wichtig ist dabei: Die Ergebnisse zeigen einen statistischen Zusammenhang. Sie beweisen nicht, dass sehr heiße Getränke bei jeder betroffenen Person Krebs verursachen. Zudem beruhten die Angaben zur Trinktemperatur auf der Selbsteinschätzung der Teilnehmenden.

Warum können heiße Getränke die Speiseröhre schädigen?

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Die Speiseröhre transportiert Nahrung und Getränke vom Mund in den Magen. Ihre Schleimhaut kann durch wiederholte Hitzeeinwirkung gereizt und geschädigt werden. Forschende vermuten, dass solche wiederkehrenden Verletzungen langfristige Veränderungen des Gewebes begünstigen können.

Frühere Hinweise auf diesen Zusammenhang kamen unter anderem aus Südamerika, wo Mate-Tee häufig sehr heiß getrunken wird. Zunächst vermuteten Forschende, bestimmte Inhaltsstoffe der Mate-Pflanze könnten für das erhöhte Krebsrisiko verantwortlich sein. Spätere Untersuchungen deuteten jedoch darauf hin, dass vor allem die Temperatur entscheidend sein könnte. Auch aus dem Iran wurden Zusammenhänge zwischen sehr heißem Teekonsum und Speiseröhrenkrebs berichtet.

Wie viele Krebsfälle könnten verhindert werden?

Nach den Berechnungen der Forschenden könnten in Großbritannien rund 14 Prozent der Plattenepithelkarzinome der Speiseröhre verhindert werden, wenn Menschen den Konsum sehr heißer Getränke vermeiden würden. Dabei handelt es sich um eine Modellrechnung und nicht um eine Garantie für die tatsächliche Zahl verhinderbarer Fälle.

Quelle: APA