Aufrüstung
Pistorius übernimmt in Texas erste deutsche F-35
Der Jet mit der Werksnummer MG-01 hatte bereits am 8. September seinen Erstflug absolviert – zehn Tage vor der feierlichen Rollout-Zeremonie.
Deutschland hatte die Maschinen 2022 bestellt: 35 F-35A im Ausrüstungsstand Block 4, inklusive Bewaffnung, Training und Service, für rund zehn Milliarden Euro. Die ersten acht Jets bleiben zunächst in den Vereinigten Staaten. Deutsche Piloten und Techniker werden an ihnen auf der Ebbing Air National Guard Base in Arkansas ausgebildet. Ab 2027 sollen die ersten Maschinen auf dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel landen, Heimat des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33. Dort ersetzen sie schrittweise die betagten Tornados. Die volle Einsatzbereitschaft der Flotte ist für 2029/2030 vorgesehen.
Die zentrale Aufgabe: die nukleare Teilhabe der Nato - die F-35A kann auch die in Büchel gelagerten US-Atombomben vom Typ B61 tragen.
Bereits 1.350 F-35-Jets ausgeliefert
Technisch übertrifft der Einzelsitzer den Tornado in fast jeder Disziplin der modernen Luftkriegsführung: Die F-35A ist 15,7 Meter lang, hat 10,7 Meter Spannweite und ein maximales Startgewicht von etwa 31,8 Tonnen. Angetrieben wird sie von einem Pratt & Whitney F135-PW-100 mit Nachbrenner. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei Mach 1,6, rund 1.930 bis knapp 2.000 Kilometer pro Stunde. Die Waffenlast beträgt mehr als acht Tonnen; intern können Lenkflugkörper und Bomben in Waffenschächten mitgeführt werden, ohne die Tarnkappen-Signatur zu zerstören. Ein 25-Millimeter-Revolverkanone GAU-22/A ergänzt das Arsenal. Sensorfusion, Datenlinks und Stealth-Beschichtung machen den Jet zum Aufklärer und Jäger zugleich. Weltweit sind bereits mehr als 1.350 F-35 ausgeliefert.
Zum Auftakt seiner USA-Reise hatte Pistorius in Washington mit Verteidigungsminister Pete Hegseth eine Absichtserklärung zur engeren Rüstungskooperation unterzeichnet, unter anderem zu Patriot-Fertigung und weiteren Waffensystemen. Der Minister weist die Sorge zurück, Deutschland mache sich einseitig abhängig. Es gehe um ein Gleichgewicht der Fähigkeiten. Gleichzeitig wird in Büchel unter Hochdruck umgebaut: neue Hangars, Sicherheitstechnik, Bahn und Betankung. Die Infrastrukturkosten sind deutlich gestiegen, der Zeitplan für 2027 gilt aber weiter als Ziel.