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Schürzen-Code und Trachten-Fauxpas: So trägt man Dirndl und Lederhose richtig

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Links heißt Single, rechts vergeben – oder war es doch umgekehrt? Rund um Dirndl und Lederhose gibt es zahlreiche Styling-Regeln. Manche haben tatsächlich Tradition, andere sind längst überholt. Mit diesen Dos and Don’ts wird der Wiesn-Look stilvoll statt verkleidet.
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Wenn das Oktoberfest ruft, werden Dirndl und Lederhose wieder aus dem Schrank geholt. Doch Tracht ist modisch anspruchsvoller, als sie auf den ersten Blick wirkt. Eine falsch gebundene Schürze kann plötzlich den Beziehungsstatus ändern, die falsche Bluse lässt selbst ein hochwertiges Dirndl billig aussehen und bei der Lederhose entscheidet oft das Schuhwerk darüber, ob der Look nach München oder Motto-Party aussieht.

Der Schürzen-Code: Die Schleife sendet Signale

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Die wichtigste Dirndl-Regel betrifft die Schleife der Schürze. Wo sie gebunden wird, soll traditionell verraten, ob ihre Trägerin noch zu haben ist:

  • Schleife links: ledig und möglicherweise offen für einen Flirt
  • Schleife rechts: vergeben, verlobt oder verheiratet
  • Schleife vorne in der Mitte: traditionell Jungfrau
  • Schleife hinten: traditionell Witwe oder Kellnerin

Ganz so streng sollte man den Code allerdings nicht nehmen. Vor allem die Bedeutungen "Jungfrau" und "Witwe" wirken heute reichlich aus der Zeit gefallen. Links und rechts werden auf der Wiesn aber nach wie vor gerne als Flirtbarometer interpretiert.

Die praktische Eselsbrücke: Links ist noch Platz, rechts ist schon besetzt. Wer keine falschen Signale senden möchte, sollte sich daran halten.

Do: Die Schürze richtig platzieren

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Die Schürze gehört in die Taille und nicht auf die Hüfte. Ihre Bänder sollten glatt anliegen, während die Schleife ordentlich gebunden wird und nicht wie ein zerknülltes Geschenkband aussieht.

Idealerweise endet die Schürze etwas oberhalb des Dirndlsaums. Hängt sie deutlich länger als der Rock, wirken selbst teure Modelle schnell unproportioniert. Besonders elegant sieht es aus, wenn Schürze und Dirndl farblich miteinander harmonieren, ohne exakt denselben Ton zu haben.

Ein Materialmix aus Leinen, Baumwolle, Seide oder dezent schimmerndem Jacquard wirkt hochwertiger als zu viel Polyester-Glanz.

Don’t: Das Dirndl zu kurz wählen

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Ultrakurze Dirndl haben mit klassischer Tracht wenig zu tun. Sie sehen meist weniger sexy als verkleidet aus – und werden spätestens beim Einsteigen ins Fahrgeschäft oder Tanzen auf der Bierbank zum modischen Risiko.

Die stilvollste Wahl bleibt das Midi-Dirndl, dessen Rock das Knie bedeckt oder etwa bis zur Mitte der Wade reicht. Diese Länge wirkt feminin, modern und elegant. Lange Dirndl sind ebenfalls erlaubt, können bei einer ausgelassenen Wiesn-Nacht aber schnell unpraktisch werden.

Die Bluse entscheidet über den ganzen Look

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Ein Dirndl kann noch so schön sein: Die falsche Bluse ruiniert das gesamte Outfit. Form und Ausschnitt sollten deshalb auf das Mieder abgestimmt sein. Zu einem hochgeschlossenen Dirndl passen schlichte Blusen mit Stehkragen, Spitze oder transparenten Details. Ein klassischer Balkonette-Ausschnitt wird durch eine Bluse mit Herz- oder Carré-Dekolleté besonders schön betont.

Wichtig ist, dass die Bluse unter dem Dirndl endet und kein Stoff über dem Rockbund hervorquillt. Ein normales weißes T-Shirt oder eine klassische Hemdbluse sind kein überzeugender Ersatz.

Welche Schuhe passen zum Dirndl?

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Die sicherste Wahl sind Mary Janes, Pumps mit stabilem Blockabsatz, Ballerinas oder elegante Loafer. Traditionelle Haferlschuhe können ebenfalls charmant aussehen. Wer den ganzen Tag unterwegs ist, sollte die Absatzhöhe realistisch wählen – nichts zerstört einen Look schneller als schmerzverzerrtes Humpeln nach der ersten Maß.

Schlichte weiße Sneaker sind inzwischen zwar akzeptiert, wirken aber eher modern als traditionell. Abgetragene Turnschuhe, hohe Plateaus, Stilettos und derbe Festivalboots passen selten zum Dirndl.

Die passende Tasche zum Dirndl

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Große Shopper und Business-Handtaschen bleiben besser zu Hause. Zum Dirndl passen kleine Umhängetaschen, Beuteltaschen aus Samt oder Leder sowie kompakte Trachtentaschen. Sie sollten genug Platz für Handy, Kartenetui und Lippenstift bieten, aber nicht vom Kleid ablenken.

Auf dem Oktoberfest kommt noch eine praktische Regel hinzu: Taschen dürfen maximal drei Liter fassen beziehungsweise nicht größer als 20 mal 15 mal 10 Zentimeter sein.

Lederhose: Die Passform ist alles

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Bei der Lederhose gilt dieselbe Regel wie bei Jeans: Sitzt sie nicht richtig, kann der restliche Look kaum noch gerettet werden. Eine neue Lederhose darf eng sein, denn echtes Leder weitet sich mit der Zeit. Sie sollte jedoch weder einschneiden noch lose an den Beinen hängen.

Ob kurze Lederhose oder Kniebundhose ist Geschmackssache. Sehr knappe Modelle, die eher an Hotpants erinnern, wirken allerdings selten authentisch. Besonders hochwertig sehen Hosen aus weichem Hirsch- oder Ziegenleder mit dezenter Stickerei aus.

Das richtige Hemd zur Lederhose

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Ein weißes oder hellblaues Leinenhemd ist die eleganteste Wahl und wirkt moderner als das klassische rot-weiße Karomuster. Auch gedeckte Farben wie Dunkelgrün, Grau oder Naturtöne passen hervorragend.

Das Hemd sollte gut sitzen und nicht wie ein riesiges Zelt über der Lederhose hängen. Die Ärmel dürfen lässig hochgekrempelt werden. Wer es besonders stilvoll möchte, kombiniert dazu eine Strickweste, einen Janker oder eine schlichte Trachtenjacke.

Welche Socken gehören zur Lederhose?

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Zur kurzen Lederhose werden traditionell Loferl getragen. Dabei handelt es sich um zweiteilige Wadenwärmer mit kurzen Füßlingen. Alternativ funktionieren knielange Trachtenstrümpfe, die nicht bis ganz nach oben gezogen, sondern leicht unterhalb des Knies getragen werden.

Weiße Sportsocken mit sichtbarem Logo sind dagegen ein klares No-Go. Auch nackte Füße in Haferlschuhen sind weder stilvoll noch besonders angenehm.

Das Schuhwerk macht den Mann

Klassische Haferlschuhe sind zur Lederhose unschlagbar. Auch schlichte Lederboots oder hochwertige Loafer können funktionieren. Moderne Sneaker sind zwar immer häufiger zu sehen, sollten dann aber sauber, reduziert und farblich unauffällig sein.

Laufschuhe, ausgelatschte Turnschuhe oder Flip-Flops zerstören selbst die schönste Lederhose. Beim Wiesn-Look lohnt es sich also, den Blick nicht nur bis zum Knie schweifen zu lassen.