Es gibt Comebacks, die für hohe Verkaufszahlen und Freude bei vielen Fans sorgen. Und es gibt jenes von Céline Dion. Wenn die kanadische Sängerin am 12. September in der Pariser Plenitude Arena auf die gigantische Bühne tritt, beginnt nicht einfach eine neue Konzertserie – es ist vielmehr die Rückkehr einer Frau, die zeitweise nicht wusste, ob ihr Körper ihr jemals wieder erlauben würde, das zu tun, was ihr Leben seit ihrer Kindheit bestimmt: singen.
“Ich werde auf die Bühne zurückkehren – selbst wenn ich kriechen muss...”
Céline Dion
2022 machte Dion ihre Diagnose öffentlich: das seltene Stiff-Person-Syndrom, eine neurologische Autoimmunerkrankung, die schwere Muskelsteifheit und Krämpfe auslöst. Das Ausmaß des Leidens der inzwischen 58-Jährigen wurde der Öffentlichkeit durch ihre berührende Doku "Ich bin: Céline Dion" bewusst. Tatsächlich leidet Dion laut einem aktuellen Interview mit dem Magazin "Harper’s Bazaar" bereits seit 17 Jahren unter Symptomen. Auftritte wurden zur Qual, Absagen häuften sich. Im Gespräch mit US-Talkerin Hoda Kotb erzählte sie sogar, vor jeder Show eine hohe Dosis Valium genommen zu haben. Aufgeben wollte die dreifache Mutter (René, 25, Eddy und Nelson, 15) dennoch nicht. "Ich werde auf die Bühne zurückkehren – selbst wenn ich kriechen muss", sagte die Sängerin, die 2016 ihren geliebten Ehemann und Manager René Angélil (†73) verlor.
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Hymne à l‘amour
Schon im Juli 2024 geschah in Paris etwas, das wie ein Versprechen wirkte: Bei der Eröffnung der Olympischen Spiele stand Dion nach vier Jahren Bühnenpause am Eiffelturm und sang Édith Piafs "Hymne à l’amour". Ein Moment, der um die Welt ging. Nun wird aus diesem Versprechen ein echtes Comeback. An ihrem 58. Geburtstag Ende März kündigte Dion eine ganze Konzertreihe in Paris an, verteilt über fünf Wochen im September und Oktober 2026. Der Andrang war so groß, dass bereits weitere Termine für 2027 angeboten werden.
“Das Mindeste, was ich tun kann, ist ihnen zu sagen, dass ich noch lebe.”
Céline Dion
Wie hart sie dafür arbeitet, erzählt Dion jetzt als Cover-Star der September-Ausgabe von "Harper’s Bazaar". Dreimal pro Woche absolvierte sie 90 Minuten Pilates, dazu kommen zweimal wöchentlich Ballett sowie körperliche und stimmliche Therapie. Vor allem aber spricht sie ganz offen über ihre Beziehung zum Publikum. Ihre Fans hätten ihr ein privilegiertes Leben ermöglicht. "Das Mindeste, was ich tun kann, ist ihnen zu sagen, dass ich noch lebe", sagt sie, selbst wenn die Krankheit weiterhin Teil ihres Lebens bleibt.
Einzigartiges Bühnenfeuerwerk
Am 12. September soll davon jedoch niemand etwas bemerken. Dion will sich mit einem von Top-Produzent Willo Perron inszenierten "bisher einzigartigen" Bühnenfeuerwerk beim Publikum bedanken.
"Die Wahrheit ist nicht immer schön"
Nicht als Céline Dion, wie man sie vor der Erkrankung kannte, vielmehr kehrt sie als die Frau zurück, die sie heute ist. "Ich bin ehrlich und die Wahrheit ist nicht immer schön", sagt sie. Am 12. September werden ihre Fans erleben, wie sich genau diese Ehrlichkeit anhört.