SOS-Tipps
Wetter-Chaos: Diese Signale Ihres Körpers sollten Sie nicht ignorieren
Die große Hitze ist vorbei, doch jetzt macht das Wetter vielen erst richtig zu schaffen. Kopfschmerzen, Müdigkeit und das Gefühl, völlig ausgelaugt zu sein: Warum geht es uns plötzlich so schlecht, obwohl die Temperaturen doch eigentlich wieder angenehmer sind?
Alarmstufe Rot für den Kreislauf
Unser Körper ist ein Gewohnheitstier. Die ideale Temperatur liegt im Körperkern bei rund 37 Grad. Um diese bei extremen Schwankungen zu halten, muss er Schwerstarbeit leisten. Bei Hitze weiten sich unsere Blutgefäße, damit die Wärme besser über die Haut abgegeben werden kann, der Blutdruck sinkt. Wird es nun am nächsten Morgen plötzlich kalt, ziehen sich die Gefäße ruckartig wieder zusammen. Dieser ständige Wechsel aus "weit" und "eng" überfordert oft unser Herz-Kreislauf-System.
Das Blut versackt kurzzeitig, das Gehirn wird schlechter durchblutet, und der Blutdruck rauscht in den Keller. Die Folge: Uns wird schwindelig, uns wird schwarz vor Augen und wir fühlen uns schlapp.
Wenn das innere Barometer verrücktspielt
Ein Hauptgrund für die Beschwerden sind die schnellen Luftdruckschwankungen beim Wechsel von Hoch- und Tiefdruckgebieten. Wussten Sie, dass wir eine Art eingebautes Barometer besitzen? An unserer Halsschlagader sitzen spezielle Rezeptoren, die Puls und Blutdruck steuern und auf Luftdruckschwankungen reagieren. Bei wetterfühligen Menschen sind diese extrem sensibel.
Zudem spüren wir diese Druckveränderungen auch im Schädelinneren: Das Gefäßsystem im Gehirn reagiert auf den atmosphärischen Druckwechsel, was zu plötzlichen, fiesen Kopfschmerzen oder sogar Migräneattacken führen kann.
Die typischen Symptome
Wenn der Kreislauf überlastet ist, schlägt der Körper Alarm. Zu den häufigsten Beschwerden beim aktuellen Wetterumschwung gehören:
- Schwindelgefühl und Benommenheit
- Müdigkeit und Antriebslosigkeit
- Schlafstörungen
- Kopfdruck und Migräne
- Gelenkschmerzen
Vor allem Menschen mit ohnehin niedrigem Blutdruck, chronisch Kranke (wie Asthmatiker oder Rheumatiker), ältere Menschen und Frauen (besonders in den Wechseljahren) spüren den Umschwung extrem. Ihr Kreislauf tut sich schwerer damit, sich an die veränderten Umweltbedingungen anzupassen.
5 SOS-Tipps gegen die Wetterfühligkeit
Damit Sie nicht völlig gerädert durch den Spätsommer taumeln, können Sie Ihren Körper aktiv unterstützen, wetterfest zu werden:
Gefäß-Training unter der Dusche: Auch wenn es Überwindung kostet: Wechselduschen (warm/kalt) sind das beste Workout für Ihre Blutgefäße. Sie trainieren die Venen und Arterien, sich schneller an Temperaturwechsel anzupassen.
Das Zwiebel-Prinzip: Morgens 12 Grad, mittags 25 Grad? Tragen Sie mehrere dünne Schichten übereinander. So können Sie flexibel reagieren und vermeiden, dass Ihr Körper durch Frieren oder Schwitzen zusätzlich gestresst wird.
Raus an die frische Luft: Verbringen Sie Zeit draußen, egal ob es nieselt oder die Sonne scheint. Das härtet ab und trainiert das vegetative Nervensystem, sich besser auf klimatische Reize einzustellen.
Richtig trinken: Bei Kreislaufproblemen ist ausreichend Flüssigkeit das A und O. Greifen Sie jedoch nicht zu eiskalten Getränken, da diese den Körper zwingen, noch mehr Energie für den Temperaturausgleich aufzuwenden. Lauwarmer Tee (kühlt bei Hitze paradoxerweise am besten) oder zimmerwarmes Wasser sind ideal.
Sanfte Bewegung: Leichter Ausdauersport wie Spazieren, Radfahren oder Walken bringt den trägen Kreislauf in Schwung, ohne ihn komplett zu überlasten.
Das Wetter können wir nicht ändern, aber wir können unserem Körper helfen, damit besser umzugehen.