Angst vor der Seuche

Wie gefährlich ist die Lungenpest heute noch?

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Nach einem mutmaßlichen Laborunfall und dem Tod einer Forscherin schaut alle Welt nach Sibirien und sucht nach Antworten.
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Der Lungenpest-Verdacht nach dem Tod einer Wissenschafterin in Sibirien rückt die gefährliche Seuche wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit. Zwar versuchen die russischen Behörden abzuwiegeln und nennen als Todesursache eine "Lungenentzündung unbekannter Herkunft", doch die Tatsache, dass die 28-Jährige am Institut zur Bekämpfung von Pestkrankheiten gearbeitet hat, lässt alle Alarmglocken schrillen.

Vergessene Gefahr

Durch Pest-Epidemien starben Millionen von Menschen. Alleine die bekannteste Epidemie, der Schwarze Tod von 1346 bis 1353, kostete 25 bis 50 Millionen Menschen in Europa das Leben, das entsprach 33 bis 60 Prozent der Bevölkerung. Die letzte große Pestwelle gab es 1720 bis 1722 in Marseille. Auch wenn viele dachten, die Pest wäre ausgestorben: Es gibt sie noch, dank moderner Hygiene und guter Behandlungsmethoden kommt sie aber nur mehr selten vor.

Die Lungenpest

Bei der Pest handelt es sich um eine hochgradig infektiöse Krankheit, die durch das Bakterium Yersinia pestis hervorgerufen wird. Sie kann in verschiedenen Formen auftreten, etwa der Beulenpest und der Lungenpest. Die Lungenpest ist die seltenste, aber auch die aggressivste Form der Pest.

Unbehandelt führt die Lungenpest fast immer zum Tod. Aber wie auch die Beulenpest ist sie dank moderner Medizin gut behandelbar. Wenn man rechtzeitig eingreift, ist auch die Lungenpest durch die Gabe von Antibiotika gut heilbar und die Sterblichkeit sinkt auf zehn bis 15 Prozent. Der Zeitfaktor spielt dabei eine große Rolle: Die Inkubationszeit beträgt ein bis drei Tage. 24 Stunden bis sechs Tage nach Symptombeginn kann bereits der Tod eintreten.

Ansteckung von Mensch zu Mensch

Übertragen wird die Lungenpest durch direkten Kontakt mit Infizierten, durch Tröpfcheninfektion beim Husten oder Niesen. Um sich anzustecken, ist enger Kontakt zu einer erkrankten Person nötig. Gängige Isolationsmaßnahmen helfen meistens, die Verbreitung einzudämmen.