Lob von Greenpeace

Killer-Kältemittel: Daimler legt sich mit EU an

18.07.2013

Zulassungsstopp für Mercedes-Modelle in einigen Ländern.

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© Daimler AG
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Der Autokonzern Daimler erhält im Streit um das neue "Killer-Kühlmittel" R1234yf in Klimaanlagen (wir berichteten bereits mehrmals) Unterstützung vom Umweltschutzverband Greenpeace. Das neue Mittel berge Risiken, "die schwer kalkulierbar sind", sagte der Bereichsleiter Sonderprojekte bei Greenpeace, Wolfgang Lohbeck, der "Süddeutschen Zeitung". Er dankte Daimler für den Einsatz gegen das "gefährliche und überflüssige" Kühlmittel.

Gefahren
Daimler benutzt R1234yf in bestimmten Mercedes-Modellen nicht, weil es nach Angaben des Autobauers bei schweren Unfällen zu Bränden führen könnte. Stattdessen nutzt der Konzern in diesen Fällen weiter das früher gängige Kühlmittel R123a. Dieses darf aber einem EU-Gesetz zufolge nicht mehr eingesetzt werden, weil es der Umwelt zu sehr schadet. Frankreich hat die Zulassung von Wagen mit dem alten Kühlmittel ausgesetzt und bekam dafür am Dienstag Rückendeckung von der EU-Kommission.

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Daimler bleibt trotz drohendem Verkaufsstopp hart
Aber auch nach der Unterstützung anderer EU-Staaten für Frankreich beharrt Daimler im Kältemittelstreit auf seiner Position. "Aus unserer Sicht hat sich damit die Sachlage nicht geändert", sagte ein Daimler-Sprecher nun in Stuttgart. Zudem sei das Statement nicht eindeutig zu interpretieren. Die EU-Kommission hatte am Mittwoch mitgeteilt, Vertreter anderer EU-Länder hätten anerkannt, dass das Zurückziehen von Autos angebracht sein könne. Hintergrund ist ein Zulassungsstopp für bestimmte Mercedes-Modelle in Frankreich.

>>>Nachlesen: Auch Mazda kehrt Killer-Kältemittel den Rücken

Die französischen Behörden erkennen eine vom deutschen Kraftfahrtbundesamt (KBA) erteilte erweitere Typgenehmigung für Wagen der A-, B-, CLA - und SL-Klasse nicht an. Daimler verwendet für diese Modelle aus Sicherheitsgründen ein inzwischen für viele Neuwagen verbotenes Kältemittel. Aus Sicht des Autobauers ist die vom KBA erteilte Genehmigung jedoch europaweit gültig. Das KBA äußerte sich am Donnerstag noch nicht zu möglichen Folgen für die Typgenehmigung.

Fotos vom neuen S 63 AMG

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