Kraftwerks-Riese
21-Millionen-Pleite schockt Salzburg
16.02.2026Die Insolvenz der Flachgauer Frankprojekt GmbH ist heftiger als angenommen. Die Schulden des Kraftwerksbauers in Salzburg haben sich laut aktuellen Zahlen auf über 21 Millionen Euro verdoppelt.
Salzburg. Der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) gab am Montag bekannt, dass die finanzielle Lage beim Spezialisten für Kraftwerksanlagen weitaus brisanter ist als erwartet. Gläubiger haben bei der Prüftagsatzung Forderungen von rund 21,2 Millionen Euro angemeldet, was mehr als das Doppelte der ursprünglichen Schätzungen ausmacht. Von dieser Summe wurden bisher etwa 10,8 Millionen Euro anerkannt, während weitere 10,4 Millionen Euro noch einer genauen Prüfung unterzogen werden.
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Hauptgründe für finanzielle Schieflage
Das schuldnerische Unternehmen wird seit der Insolvenzeröffnung mit Ausnahme einzelner geschlossener Teilbereiche fortgeführt, berichtet AKV. Das Unternehmen setzt auf ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung. Als Hauptgründe für die finanzielle Schieflage gelten laut "ORF Salzburg"-Bericht enorme Kostensteigerungen bei internationalen Projekten sowie ausstehende Zahlungen von Großkunden.
Um das Unternehmen zu retten, wurde bereits ein Vorschlag zur Entschuldung vorgelegt. Dieser sieht eine gesetzliche Mindestquote von 20 Prozent für die Gläubiger vor, die innerhalb von zwei Jahren in drei Teilbeträgen ausgezahlt werden soll. Am 25. März findet die Abstimmung über diesen Sanierungsplanvorschlag statt.
Schwesterfirma Polprojekt vor Schließung
Zeitgleich mit der Frankprojekt GmbH schlitterte im Dezember 2025 auch die Schwestergesellschaft Polprojekt GmbH in die Zahlungsunfähigkeit. Das ebenfalls in Wals ansässige Unternehmen, das auf Anlagen zur Energieerzeugung aus Biomasse und Reststoffen spezialisiert ist, wird im Gegensatz zum Partnerbetrieb jedoch nicht weitergeführt. Hier belaufen sich die Verbindlichkeiten auf rund 10,9 Millionen Euro, wovon ein beachtlicher Teil auf Steuerschulden entfällt, wie "ORF Salzburg" berichtet. Von diesem Konkurs sind 32 Gläubiger sowie ein Dienstnehmer direkt betroffen.