Iran-Krieg
3 Euro pro Liter: Experte rechnet mit neuem Sprit-Schock
23.03.2026Die Preise für Diesel und Benzin werden wohl weiter steigen.
Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, hat angesichts des Iran-Kriegs vor der womöglich schwersten Energiekrise seit Jahrzehnten gewarnt. Während der zwei aufeinanderfolgenden Ölkrisen in den 1970er-Jahren habe die Welt „jeweils etwa fünf Millionen Barrel Erdöl pro Tag verloren“, sagte Birol am Montag im australischen Sydney. „Bis heute haben wir elf Millionen Barrel pro Tag verloren, also mehr als zwei große Ölschocks zusammengenommen.“
Birol sprach angesichts der Blockade der für den weltweiten Seehandel wichtigen Straße von Hormuz von einer „großen Bedrohung“ für die Weltwirtschaft. „Kein Land wird von den Auswirkungen dieser Krise verschont bleiben, wenn sie sich weiter in diese Richtung entwickelt“, sagte er beim nationalen Presseklub in Sydney weiter. Daher seien globale Anstrengungen erforderlich. „Ich hoffe sehr, dass dieses Problem so bald wie möglich gelöst wird.“
3 Euro pro Liter
Die steigenden Ölpreise haben auch unmittelbare Folgen für Österreich. Die Preise für Benzin und Diesel liegen bereits über zwei Euro, könnten aber weiter steigen. Energie-Experte Johannes Benigni hält sogar 3 Euro pro Liter für durchaus möglich.
Grund dafür sind die anhaltenden Angriffe auf die Energieinfrastruktur. „Je mehr Infrastruktur beschädigt wird, desto länger dauert es, bis diese wieder repariert ist“, so der Experte im ORF. „Dann ist nicht mehr die Frage, wann macht die Straße von Hormuz wieder auf, sondern die Frage ist, gibt es irgendwas, was man exportieren kann von dort.“ Besonders Asien ist angewiesen auf Öl aus dem Nahen Osten. Mit dem geringeren Angebot steigen die Preise weiter.
Den nächsten Preissprung könnte es schon am heutigen Montag geben. Die Tankstellenbetreiber in Österreich dürfen die Preise seit vergangener Woche nur noch am Montag, Mittwoch und Freitag um jeweils 12 Uhr zu Mittag erhöhen. Gesenkt werden dürfen die Preise jederzeit. Einen ähnlich starken Anstieg der Spritpreise gab es zuletzt Anfang 2022 nach dem russischen Angriff auf die Ukraine.