KV-Streit

70.000 Bankangestellte steigen auf die Barrikaden

01.04.2026

Mega-Streik im Bankensektor am 7. April, dem Super-Streik-Dienstag. Fast 70.000 Beschäftigte im gesamten Sektor (Raiffeisen, Erste, Bank Austria & Co.) fordern massiv mehr Gehalt. Die Arbeitgeber sprechen von schwieriger Situation.

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Das hat es in dieser Härte schon lange nicht mehr gegeben! In der heimischen Finanzwelt brennt der Hut. Während die Banken-Riesen für das Jahr 2025 fette Rekordgewinne einfahren, schalten die Arbeitgeber bei den Gehaltsverhandlungen auf stur. Das Ergebnis: Die Gewerkschaft GPA bläst zum Angriff.

"Überhaupt kein Angebot"

Es geht um nicht weniger als die Existenzgrundlage von 68.000 Beschäftigten. Nachdem die Arbeitgeber bisher KEIN EINZIGES ANGEBOT vorgelegt haben, platzt den Belegschaftsvertretern nun der Kragen. In der vergangenen Woche brodelte es bereits bei Betriebsversammlungen in ganz Österreich. Jetzt folgt der Mega-Knall. 

Showdown am 7. April: Belagerung der Alten Börse

Unmittelbar vor der entscheidenden vierten Verhandlungsrunde am 7. April rufen die Betriebsräte zur großen Kampf-Kundgebung auf. Der Ort des Geschehens: Der Bankenverband in der Alten Börse in Wien. 

„Es ist der harte Einsatz der Kolleginnen und Kollegen, der diese Rekordgewinne erst möglich macht. Dass die Arbeitgeber sich weigern, überhaupt ein Angebot zu legen, ist das Gegenteil von Wertschätzung", spricht Wolfgang Pischinger, Chefverhandler der Gewerkschaft GPA und Zentralbetriebsrat der OBERBANK von einer Provokation.

Nicht einmal Inflationsausgleich

Zwischen 25. und 31. März fanden in allen betroffenen Instituten Betriebsversammlungen statt, in denen die Beschäftigten über den aktuellen Verhandlungsstand informiert wurden. „Das Unverständnis über den Verhandlungszugang der Arbeitgeber ist groß. Für die Beschäftigten ist nicht nachvollziehbar, dass Gewinne und Boni Jahr für Jahr steigen, während ihnen nicht einmal die Inflation abgegolten werden soll“, betont Anita Palkovich, Verhandlerin der Gewerkschaft GPA in Bezug auf die pauschale Absage eines Inflationsausgleichs seitens der Arbeitgeber.  

Das sagen die Arbeitgeber

Aus informierten Arbeitgeberkreisen hieß es indessen zur APA, man spreche freilich mit der Gewerkschaft, wolle aber noch kein offizielles Angebot kommunizieren. Ein Abschluss über der Inflation sei im Hinblick auf die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und auf die Einigungen in anderen Branchen schwierig. In vielen Sektoren - zuletzt beispielsweise in der IT - fiel der KV-Abschluss unter der Inflation aus. Das Gesprächsklima zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern sei aber sachlich und ausgewogen.
 

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