Iran-Krieg
Börsen-Beben nach Trump-Ultimatum: ATX stürzt ab
23.03.2026Erneut steht der Beginn einer Handelswoche am Wiener Aktienmarkt im März im Zeichen des Iran-Krieges
Erneut steht der Beginn einer Handelswoche am Wiener Aktienmarkt im März im Zeichen des Iran-Krieges. Dabei gab es am Wochenende gegenseitige Drohungen um die Straße von Hormuz, die der Iran faktisch blockiert. Die Meerenge vor Irans Küste ist eine wichtige Ader für den Welthandel mit Öl und Flüssiggas. Der ATX fiel am Montag rund 40 Minuten nach dem Handelsstart um 2,47 Prozent auf 5.066 Punkte. Der ATX Prime verlor 2,43 Prozent auf 2.518 Zähler.
Der Iran drohte nach einem Ultimatum von US-Präsident Donald Trump mit der vollständigen Schließung der Straße von Hormuz, sollten die USA iranische Kraftwerke angreifen. Die Konsequenz werde eine totale Sperre sein, teilten die iranischen Revolutionsgarden am Sonntag über den Staatssender IRIB mit. Trump hatte zuvor mit der Zerstörung seiner Energieanlagen gedroht, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormuz vollständig und "ohne Drohungen" öffnen.
"Besonders die anhaltend hohen Energiepreise bereiten Sorgen. Dadurch werden Inflations- und Konjunkturängste befeuert, was sich wiederum negativ auf die Stimmungslage niederschlägt", hieß es im Tagesausblick von Helaba. In dieser Woche stehen laut Helaba mit den vorläufigen Einkaufsmanagerindizes in Deutschland und in der Eurozone sowie dem ifo-Geschäftsklima wichtige Befragungen im Unternehmenssektor an, die üblicherweise weniger volatil sind als Umfragen unter Finanzmarktteilnehmern. "Dennoch sind auch die Unternehmen stark besorgt, denn bereits vor dem Ausbruch des Iran-Konflikts waren die Energiepreise in Deutschland vergleichsweise hoch", so die Helaba-Experten.
Europas Leitbörsen starten mit Abschlägen
Zum dritten Mal seit Beginn des Iran-Krieges droht den europäischen Anlegern bei der Rückkehr aus dem Wochenende eine deutliche Kursschwäche. Der Euro-Stoxx-50 notierte am Montag kurz nach Handelsstart um 1,7 Prozent tiefer bei 5.408 Punkten. Der DAX setzt seine Talfahrt fort. Mit der Furcht vor einer weiteren Eskalation des Krieges fiel der deutsche Leitindex um 1,9 Prozent auf 21.950 Zählern und damit wieder unter 22.000 Einheiten.
Außerhalb der Eurozone verlor der FTSE-100 1,7 Prozent auf 9.749 Einheiten. Er war am Freitag erstmals seit Anfang Jänner wieder unter der 10.000-Punkte-Marke gerutscht. In Asien standen nach dem Ultimatum von Donald Trump an den Iran noch deutlichere Kursabschläge zu Buche.
In der Nacht auf Sonntag hatte der US-Präsident der iranischen Führung mit der Zerstörung von Energieanlagen gedroht, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormuz vollständig und "ohne Drohungen" öffnen. Teheran drohte ihrerseits mit der vollständigen Schließung der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge.
Gold- und Silberpreise fallen erneut deutlich
Die Preise für die beiden Edelmetalle Gold und Silber haben zum Start in die Woche erneut kräftig nachgegeben. Eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) Gold kostete am Montag im frühen Handel nur noch etwas mehr als 4.300 Dollar (3.721,33 Euro) und damit vier Prozent weniger als am Freitagabend. Gold ist damit im Iran-Krieg anders als in vielen anderen Kriegen und Krisen davor alles andere als der sogenannte sichere Hafen.
Seit dem Start der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran büßte der Goldpreis mehr als 18 Prozent ein, nachdem er in den ersten Tagen des Kriegs noch bis auf fast 5.420 Dollar gestiegen war. Seit Beginn des Iran-Konflikts haben stark gestiegene Ölpreise die Inflationsrisiken erhöht und die Aussichten auf baldige Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve und anderer Zentralbanken verringert. Höhere Zinsen belasten tendenziell Edelmetalle, da sie keine Zinsen abwerfen.
Mit dem Rückgang vom Montag sind auch alle Gewinne vom Jahresanfang aufgezehrt. Seit dem Rekordhoch von knapp 5.600 Dollar Ende Jänner belaufen sich die Verluste inzwischen auf fast 1.300 Dollar oder 23 Prozent. Noch drastischer ist die Entwicklung beim Silber. Der Preis für eine Feinunze Silber büßte seit Ende Jänner fast die Hälfte seines Rekordstands von knapp 122 Dollar ein. Am Montag gab der Silberpreis weitere fünf Prozent auf 64,25 Dollar ab. Seit dem Start des Iran-Kriegs vor etwas mehr als drei Wochen verbilligte sich Silber um mehr als 30 Prozent.