Banken entscheiden

A-Tec-Hoffnung: Kovats gibt 25,1 Prozent ab

28.10.2010


Mirko Kovats gibt Mehrheit an der A-Tec ab - nun sind die Banken am Zug.

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© reuters
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Nach dem gestrigen Gläubigerausschuss für die in die Pleite geschlitterte A-Tec gibt es für den Mischkonzern des Industriellen Mirko Kovats wieder Hoffnung auf eine Sanierung. Die Banken und Kreditinstitute sollen frisches Geld und Haftungen für die Anlagentochter AE&E zur Verfügung stellen und eingefrorene Kreditlinien öffnen. Im Gegenzug geben Kovats und sein Partner Christian Schmidt 25,1 % ihrer Anteile an der A-Tec ab, bestätigt Hans-Georg Kantner vom Kreditschutzverband von 1870 (KSV) Medienberichte gegenüber der APA.

Es geht um 140 Mio. Euro
Darüber hinaus soll die geplante Dividende der Montanwerke Brixlegg in Höhe von 12 Mio. Euro von den Banken an die AE&E gehen. Der Anlagenbauer Austrian Energy & Environment (AE&E) braucht frisches Geld, die eingefrorenen Kreditlinien müssen wieder geöffnet und Haftungen und Garantien aufgemacht werden, so Kantner. Insgesamt gehe es dabei um eine Summe von 140 Mio. Euro.

Wenn Sanierung scheitert, sind Banken am Zug
Für den Fall, dass die Sanierung scheitert und die Banken nicht mehr weiter finanzieren, soll das Bankenkonsortium eine Verwertungsvollmacht für die A-Tec erhalten, so Wolfgang Hrobar vom Alpenländischen Kreditorenverband (AKV) zur APA. Allerdings müssten dann aber auch die 12 Mio. Euro der Brixlegg-Dividende an die Gläubiger zurückgezahlt werden. Details dazu seien aber noch zu verhandeln.

Kovats gibt Mehrheit ab
Für Kantner ist der Eigenbeitrag von Kovats besonders wichtig. Mit 25,1 Prozent gibt er die Mehrheit ab. Damit sei es möglich, dass im Konzern auch ohne ihn entschieden werden könne.

Banken-Zustimmung steht aus
Voraussetzung für das Paket ist allerdings noch die endgültige Zustimmung des Bankenkonsortiums, dem 15 in- und ausländische Kreditinstitute angehören. Größte heimische Gläubigerbanken sind die Raiffeisenbank International (RBI) und die Erste Bank. Das Konsortium verhandelt morgen in London, so Kantner. Federführend dabei sein könnte das Finanzhaus Nomura, das zwei der drei A-Tec-Unternehmensanleihen abgewickelt hat.

Kovats müsse das Vertrauen der Banken wieder zurückgewinnen, hieß es heute dazu. Die überraschende Pleite der A-Tec, deren Aktien am Tag davor noch Gewinner an der Wiener Börse waren, habe zu Vertrauensverlusten geführt.

677 Mio. Schulden
Die A-Tec ist mit Passiva von insgesamt 677 Mio. Euro (Verbindlichkeiten plus Haftungen) in der vergangenen Woche in die Insolvenz geschlittert und hat ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung angemeldet. Den Gläubigern wurden 30 Prozent angeboten. Kovats hält an der A-Tec über seine Privatstiftung insgesamt 66,6 Prozent.

4 Stunden wurden gestern bei der Gläubigerausschusssitzung um eine Lösung gerungen. Kovats selbst war nicht dabei.

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