BIP stagniert
"Brexit war ein Fehler": Britische Wirtschaft erneut nur minimal gewachsen
12.02.2026BIP erhöhte sich im Vergleich zum dritten Quartal um 0,1 Prozent. Im Gesamtjahr immerhin Plus von 1,3 Prozent. Seit dem Brexit ist die Eurozone stärker gewachsen als Großbritannien.
Die britische Wirtschaft ist auch im Herbst überraschend kaum gewachsen. In den drei Monaten bis Ende Dezember stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum dritten Quartal erneut nur um 0,1 Prozent, wie das Statistikamt ONS am Donnerstag nach einer ersten Schätzung mitteilte. Analysten hatten mit einer Verbesserung auf 0,2 Prozent gerechnet.
Zu Beginn des vergangenen Jahres hatte die Wirtschaftsleistung noch um 0,7 Prozent zugelegt. Im zweiten Quartal dann war das Wachstum bereits deutlich auf 0,2 Prozent zurückgegangen.
Wie das Statistikamt weiter mitteilte, ist das Bruttoinlandsprodukt im Dezember zwar wie erwartet um lediglich 0,1 Prozent gestiegen. Der Wert für den November wurde leicht auf 0,2 Prozent nach unten revidiert. In Großbritannien werden anders als in den meisten großen Volkswirtschaften auch monatliche Daten zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung veröffentlicht.
Schwache Industrieproduktion
Gebremst wurde die Entwicklung im Dezember durch eine schwache Industrieproduktion. Hier meldet das Statistikamt einen Rückschlag im Monatsvergleich um 0,9 Prozent, während Analysten eine Stagnation erwartet hatten.
BIP im Gesamtjahr plus 1,3 Prozent
Im Gesamtjahr 2025 hat Großbritannien indessen die drei größten Volkswirtschaften der Eurozone beim Wachstum 2025 deutlich hinter sich gelassen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte laut ONS um 1,3 Prozent zu. Zum Vergleich: Das deutsche BIP wuchs nur um 0,2 Prozent, Frankreich erreichte ein Wachstum von 0,9 und Italien von 0,7 Prozent.
Die Londoner Notenbank ihre Prognose für heuer Anfang Februar allerdings nach unten korrigiert. Sie erwartet für das BIP-Wachstum im Vereinigten Königreich für das laufende Jahr nun 0,9 Prozent. Zuvor hatte sie der Wirtschaft ein Wachstum von 1,2 Prozent zugetraut.
Seit Brexit zurückgefallen
Das britische Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag im vierten Quartal 2025 etwa 5,2 % über dem Vor-Pandemie-Niveau (Q4 2019). Zum Vergleich: Die Eurozone wuchs im gleichen Zeitraum um ca. 6,8 %.
In diesem Zusammenhang bezeichnen viele Wirtschaftsforscher den britischen EU-Austritt Brexit als Fehler.
Aktuelle Studien (u. a. von Bloom) schätzen, dass das britische BIP heute um etwa 6 % bis 8 % niedriger ist, als es ohne den Austritt aus der EU wäre. Besonders deutlich ist der Rückgang bei den Unternehmensinvestitionen, die Schätzungen zufolge 12 % bis 18 % hinter dem Trend vergleichbarer G7-Staaten zurückgeblieben sind.