Tech-Profiteure

Hardware-Preisschock bei Arbeitsspeicher und Festplatten

19.01.2026

Der Boom der Tech-Aktien geht durch Preissprünge bei wichtigen Hardware-Teilen in eine neue Runde. 

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© Huawei Central
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Der Wettlauf der KI-Investitionen zwischen Google, Microsoft und OpenAI, Meta, Tesla & Co bringt immer bizarrere Auswüchse hervor: Seit einigen Wochen beginnen die Preise für wichtige IT-Hardware-Teile durch die Decke zu gehen.

Arbeitsspeicher, Festplatten und weitere Komponenten haben sich im Preis seit Sommer 2025 teilweise vervielfacht. Kein Wunder angesichts von Aufträgen für neue KI-Rechenzentren in Höhe von vielen hundert Milliarden Dollar. Dass den gigantischen KI-Investments laut einer Bain-Studie in absehbarer Zeit keine ausreichenden Erträge gegenüberstehen werden, scheint niemanden mehr zu kümmern – doch inzwischen zeigen sich bei Marktpreisen für Hardware-Komponenten immer deutlichere Anzeichen einer möglicherweise teils spekulativen Verknappung. Das bekommen auch Konsumenten durch tendenziell steigende Preise für Notebooks und Smartphones zu spüren.

Die Hardware-Profiteure

Auch die Aktien der Hersteller folgen dieser Entwicklung. Die Aktie des US-Speicherherstellers Micron hat in den letzten 12 Monaten um stolze 231,7 Prozent zugelegt, allein seit Anfang Dezember gab es bei der Micron-Aktie ein Plus von 40 Prozent.

Auch der koreanische Elektronikriese Samsung, der ein großer Player im Hardware-Geschäft ist, hat innerhalb eines Jahres um 178 Prozent zugelegt. Chiphersteller AMD liegt immerhin 90 Prozent im Plus.

Teilweise profitieren auch Titel, bei denen man es nicht sofort vermuten würde:So hat die Aktie von Siemens Energy im letzten Jahr um 166 Prozent zugelegt, weil – neben der Renaissance für Gaskraftwerke in Europa – auch Turbinen-Aufträge der stromhungrigen KI-Investoren hereinflattern. Zum Vergleich: KI-Chiphersteller Nvidia, bei dem der KI-Aktienboom ursprünglich begann, schaffte seit Jänner 2025 nur ein Plus von relativ bescheidenen 16 Prozent.

Ob die Aktien der KI-Profiteure nach den jüngsten Kurssprüngen noch attraktive Investments sind ist schwer abzuschätzen: So gibt es beispielsweise zu Micron – das noch dazu ein riesiges Investitionsprogramm angekündigt hat – ein Kursziel von Barclays aus dem Sommer, das bloß bei 140 Dollar liegt (damals kostete Micron 120 Dollar je Aktie). Siemens Energy ist laut JPMorgan und RBC interessant ("Overweight" bzw. "Outperform").
 

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