Künstler-Kritik
Musik-Wirbel um neues FPÖ-Radio
18.01.2026Das neue Radio der freiheitlichen Partei sorgt wirbt mit "Hits für echte Österreicher", spielte zu Beginn aber fast nur englische Songs.
Die FPÖ tönt seit Samstag mit ihrem Internet-Radio hauptsächlich englische Songs in den Äther – und sorgt schon für Kritik. „Austria First, das österreichische Patriotenradio“ heißt es zwischen „The Tide is high“ von Atomic Kitten und einem Bee Gees-Song. Österreichische Künstler wehren sich derweil gegen „eine Vereinnahmung“.
So schreibt etwa Stefanie Poxruckner vom oberösterreichischen Dialekt-Pop-Trio „Poxrucker Sisters“: „Bei uns schrillen da die Alarmglocken. Was sind die Optionen [damit wir nicht gespielt werden dürfen].“
Auch Austro-Rapper Skero hält fest: „Ich möchte auch auf keine Fall dort gespielt werden! Das muss irgendwie möglich sein.“
Radio-Katalog
Ein Radio darf grundsätzlich die Songs im Katalog spielen, heißt es von der AKM, dem österreichischen Urheberrechte-Verwalter. Allerdings entscheiden Urheber (also Künstler) selbst „über ihre persönlichen Rechte. Sie können eine Nutzung ihrer Werke untersagen, wenn Nutzer ihre Persönlichkeitsrechte verletzen.“ Kommt also ein Groß-Streik auf das selbst ernannte Patriotenradio zu? Dabei ist der Sound hauptsächlich englischsprachig wie der Sendername.
Wenig Austro-Sound
Am Samstag, Tag der großen Kickl-Rede zum Polit-Neujahr, startete der Sender. Österreichischer Musiktitel wurde in der ersten Stunde kein einziger (!) gespielt. Stattdessen „Born Free“ von Kid Rock und „All Time High“ von Nico Santos. Herbert Kickl spricht von „echter Musik für echte Österreicher“. Einen Rekord gab es zum Start: Austria First war Platz 1 im App-Store.
Kickl selbst bekannte, dass er gerne Musik der 70er- und 80er-Jahre höre, „durchaus härter und mit viel Gitarre“. Der FPÖ-Boss hatte beim Parteispektakel am Samstag auch einen Musikwunsch frei. Er wählte „Don’t Stop Believing“ von der US-Rockband Journey.