"Er muss antworten"
"Kurz muss in U-Ausschuss": Neos-Aufklärerin hat Pilnacek-Frage
18.01.2026Altkanzler Sebastian Kurz soll laut der U-Ausschuss-Frontfrau der Neos geladen werden. Sie wolle "Antworten" . Trotz ÖVP-SPÖ-Neos-Regierung will sie scharfe Fragen zum Einfluss der Volkspartei stellen.
Sophie Wotschke, NEOS-Fraktionsführerin im Pilnacek-U-Ausschuss, ließ am Sonntag in der ORF-Sendung „Hohes Haus“ aufhorchen. Laut ihr soll Altkanzler Sebastian Kurz in den U-Ausschuss geladen werden. "Er hat am Vortag von Christian Pilnaceks Tod noch mit ihm telefoniert", sagt sie. Sie habe auch Fragen zum Einfluss der Politik auf die Justiz. "Diesen Einfluss hatte Pilnacek in einem Tape beklagt", sagt sie. Pilnacek beschwerte sich etwa über Wolfgang Sobotka, der wies alle Vorwürfe zurück.
Sie wolle "Antworten" und werde trotz ÖVP-SPÖ-Neos-Regierung scharfe Fragen stellen, kündigte Wotschke an.
Erst am Mittwoch waren die Abgeordneten am Fundort von Pilnaceks Leichnam in Rossatz (NÖ).
Kurz antwortete in Doku auf Fragen
In einer Doku von oe24.TV und auch einer von ServusTV hat Sebastian Kurz sich bereits zur Causa Pilnacek geäußert.
Wenn Kurz geladen wird, dann muss er im U-Ausschuss als Auskunftsperson zur Verfügung stehen. Derzeit arbeitet er als Unternehmer.
"Besonders interessant" sei, dass am Todestag von Pilnacek, dem 20. Oktober 2023, führt Wotschke aus "bereits um 9.28 Uhr eine Todesnachricht eingegangen ist; Bereff Suizid." Das sei "besonders brisant, denn erst um 9.30 Uhr wurde Christian Pilnacek formell für tot erklärt - aber schon um 9.28 Uhr liegt eine Nachricht bei Otto Dietrich, das ist der Rechtsanwalt von Sebastian Kurz", so Wotschke. Und Kurz habe danach "eigentlich wenig später erklärt, medial in einem Pressestatement, es handle sich hier um Suizid". Man sehe hier "großen Aufklärungsbedarf": "Wie kommt die Info so schnell von Rossatz ins über 80 Kilometer entfernte Wien? Und zweitens, wieso spricht man so schnell von Suizid?"
Kurz hatte selbst am Tag des Ablebens Pilnaceks am Rande eines Prozesses gegen ihn erklärt, dass der Ex-Sektionschef verstorben war. Die Nachricht auf seinem Handy habe gelautet: "Pilnacek angeblich tot, Suizid", sagte Dietrich im September als Zeuge bei einem anderen Prozess vor Gericht aus. Zu diesem Zeitpunkt habe er aber nicht mehr gewusst - er habe damals Kurz gleich vor Ort diese Informationen mitgeteilt.