Rückstau

AUA arbeitet jetzt an Rückerstattungen

08.06.2020

Es sei mittlerweile ein Berg von 10.000 Fällen angehäuft worden und es sollen deshalb alle Mitarbeiter des Kundencenters aus der Kurzarbeit zurückgeholt werden.

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© APA/ROLAND SCHLAGER
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Die AUA will nun nach Erhalt der insgesamt 600 Mio. Euro an frischem Kapital die offenen Rückerstattungsforderungen aus der Coronakrise begleichen. "Wir haben schon damit angefangen und arbeiten den Rückstau ab", sagte AUA-Chef Alexis von Hoensbroech am Montagabend in einer Pressekonferenz.

Es sei mittlerweile ein Berg von 10.000 Fällen angehäuft worden und es sollen deshalb alle Mitarbeiter des Kundencenters aus der Kurzarbeit zurückgeholt werden.

Die Finanzhilfen von Staat und Eigentümer Lufthansa würden ausreichen, um dauerhaft zu überleben - solange es keine neue Naturkatastrophe gibt.

Dazu, dass das Drehkreuz in Wien proportional zu München und Frankfurt wachsen soll, wie im Standortvertrag mit der Regierung vereinbart, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr, dass es in den nächsten Jahren nicht um Wachstum, sondern um eine Reduzierung gehen wird. Der Lufthansa-Konzern werde durch die Krise um 100 Flugzeuge kleiner.

Deshalb stünden in nächster Zeit auch keine Investitionen in die Flotte an. Mit 150 Mio. Euro könne man gerade mal ein Langstreckenflugzeug kaufen, sagte Spohr. Es ginge erstmals darum, dass Unternehmen zu stabilisieren, so Hoensbroech.

Für die beiden Airlinemanager war klar, dass die AUA ohne Staatshilfe nicht überlebt hätte. "Die Insolvenz wäre zwangsläufig die Folge gewesen", erklärte Spohr. Zur Rettung haben auch Belegschaft, Lieferanten und Systempartner wie der Flughafen Wien beigetragen. Sie haben mit der AUA Beiträge zum Sparkurs vereinbart. Den Mitarbeitern steht auch ein Stellenabbau ins Haus.

Der 300 Mio. Euro schwere, staatlich garantierte Kredit muss in sechs Jahren zurückgezahlt sein, er ist mit der AUA und ihren Flugzeugen besichert. Wie Hoensbroech sagte, stehen rund 70 Prozent der Flieger im Eigentum der AUA. Eine Beteiligung, auch eine stille, sei nicht Teil des Pakets.

Die AUA nimmt ihren Flugbetrieb am 15. Juni nach rund drei Monaten wieder auf. Die Rückflug-Garantie der Lufthansa werde auch für die AUA gelten, hieß es. Den geplanten Mindestpreis auf Flugtickets begrüßte Spohr als Modell auch für andere Länder. Der Mindestpreis von rund 40 Euro richte sich gegen zu billige Tickets, die sowohl ökologisch als auch ökonomisch ein Wahnsinn wären.

Bei einer Fahrtzeit mit Zug unter drei Stunden wird der Flug von der AUA künftig - so wie bereits bei Linz-Wien - auf die Schiene verlagert. "Salzburg-Wien fällt da darunter, die restlichen Strecken stehen derzeit nicht zur Disposition", sagte Hoensbroech. Dies sei außerdem "keine Muss- sondern eine Kann-Bestimmung" im Vertrag.

Der ebenfalls vertraglich vereinbarte Erhalt der Marke sei für die AUA "ein ganz natürliches Anliegen" gewesen. Auch der Standort Wien sei nicht infrage gestanden: "Die Lufthansa-Gruppe braucht die AUA und braucht den Markt Österreich", sagte Spohr. Die Verhandlungen bezeichnete er als "zäh, aber fair".

Der Standortvertrag zwischen Lufthansa, AUA und Regierung ist nicht öffentlich.

 

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