Konkurs
Österreichisches Startup nach Millionen-Investment pleite
04.05.2025Die nächste Pleite in Österreich. Diesmal trifft es ein Start-up aus Wien.
Es geht um das Unternehmen Klarsicht.online. „Die klarsicht.online D-A-CH GmbH kann ihren laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen. Vom zuständigen Handelsgericht Wien wurde ein Konkursverfahren eröffnet“, heißt es aktuell seitens des Alpenländischen Kreditorenverbands AKV.
- Lieblingshotel von Kaiserin Sisi findet keinen Käufer
- 17 Mio. Euro Schulden: Hotel-Riese ist insolvent
- Nächste Millionen-Pleite: IT-Dienstleister ist im Konkurs
Wiener Jungunternehmen
Das Wiener Jungunternehmen klarsicht.online, gegründet von David Gevorkian und Gabriela Čolić, galt als vielversprechendes Start-up im Bereich E-Commerce für Optiker. In den vergangenen Jahren konnte das Unternehmen mehrere Investoren überzeugen und beachtliche Finanzierungen sichern.
Starke Finanzierung und prominente Investoren
Bereits 2022 erhielt klarsicht.online eine Pre-Seed-Finanzierung in Höhe von über 600.000 Euro. In einer späteren Seed-Runde kamen weitere 900.000 Euro hinzu. Beteiligt waren namhafte Investoren wie mpoweru, Seven Ventures (ProSieben/Sat.1 Group) und GMPVC. Teil des Deals war auch ein beachtliches Medienvolumen: TV-Werbung im Wert von 20,8 Millionen Euro wurde vereinbart.
Innovatives Geschäftsmodell im Brillenhandel
Das Unternehmen verfolgte das Ziel, den Online-Vertrieb von Brillen neu zu denken. Über eine speziell entwickelte Lösung auf Shopify-Basis konnten Optiker aus dem gesamten DACH-Raum ihr Sortiment online präsentieren. In der Hochphase arbeiteten über 30 eigentümergeführte Optikerbetriebe mit klarsicht.online zusammen. Die Plattform bot zu Spitzenzeiten mehr als 5.000 Brillenmodelle an.
Auszeichnung trotz bevorstehender Insolvenz
Noch 2024 wurde klarsicht.online für sein Geschäftsmodell ausgezeichnet – mit dem renommierten EY Scale-up Award. Trotz dieser Erfolge steht das Unternehmen nun vor der Insolvenz.
Ursachen des Scheiterns noch unklar
Laut dem Alpenländischen Kreditorenverband (AKV) sind die genauen Gründe für das wirtschaftliche Scheitern noch nicht bekannt. Die Insolvenzursachen sowie die Vermögensverhältnisse müssen im laufenden Verfahren noch ermittelt werden.