Mehr als 50 Filialen
Übernahme von MediaMarkt unsicher: Österreich legt sich quer
30.03.2026Das Wirtschaftsministerium unterzieht den Deal mit chinesischer JD.com einer eingehenden Investitionskontrolle. Das sorgt für Unmut beim Händler.
Dem chinesischen Internet-Riesen JD.com kommt vor der Übernahme der "MediaMarkt"- und "Saturn"-Holding Ceconomy der österreichische Staat in die Quere. "Hinsichtlich der investitionskontrollrechtlichen Freigabe in Österreich ist derzeit ungewiss, ob beziehungsweise wann die Freigabe erteilt wird", erklärte der Elektronikhandels-Konzern Ceconomy.
Vorwurf: "Behörde versperrt sich einer gemeinsamen Lösungsfindung“
Ceconomy und JD würden versuchen, in Gesprächen mit dem österreichischen Wirtschaftsministerium die Voraussetzungen für eine Freigabe der Übernahme zu erhalten. „Bisher versperrt sich die Behörde einer gemeinsamen Lösungsfindung“, heißt es
Beide Unternehmen versuchten, in Gesprächen mit dem österreichischen Wirtschaftsministerium die Voraussetzungen für eine Freigabe der Übernahme zu erhalten. Ceconomy betreibt in Österreich allein 50 MediaMarkt-Filialen.
MediaMarkt-Österreich-Chef Jan Niclas Brandt sagt in einem Statement: "Mit den von JD.com und Ceconomy angebotenen Zusagen würde MediaMarkt künftig über eine Datenschutzrichtlinie verfügen, die einem Unternehmen der Luft- und Raumfahrtindustrie ähnelt. Damit gehen wir weit über das hinaus, was üblicherweise für ein Handelsunternehmen gilt.“
Zusagen des Käufers
Ein Sprecher von JD.com verwies auf Zusagen des Konzerns zu Standorten, Arbeitsplätzen, Datenschutz und Unabhängigkeit des Managements. "Darüber hinaus hat JD.com der für Investitionskontrolle (FDI) zuständigen österreichischen Behörde umfangreiche Maßnahmen angeboten, die über diese Zusagen hinausgehen", hieß es in einer Stellungnahme. "JD.com glaubt fest an diese Partnerschaft für den europäischen Einzelhandel und wird weiterhin auf den Abschluss der Transaktion hinarbeiten."
In Österreich prüft der Staat den Verkauf von Unternehmen ins außereuropäisches Ausland. "Geprüft wird, ob die geplante Transaktion zu einer Gefährdung der Sicherheit oder öffentlichen Ordnung führen kann", heißt es auf der Homepage des Ministeriums. Davon betroffen seien aber nur Bereiche kritischer Infrastruktur. Auch in Deutschland steht die entsprechende Genehmigung der Bundesregierung noch aus. Hier ist laut Ceconomy aber "von einer zeitnahen Erteilung" auszugehen. In Italien und Frankreich lägen die Freigaben bereits vor. Die Kartellbehörden in Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Polen, Spanien und der Türkei hätten ebenfalls bereits zugestimmt.