Zukäufe helfen
BAWAG steigerte Gewinn um 13 Prozent
11.02.2026Integration der Knab Bank und des deutschen Barclays-Privatkundengeschäfts kommt gut voran. Für heuer weitere Gewinnsteigerung erwartet.
Die Zukäufe in Deutschland und in den Niederlanden haben der BAWAG 2025 zu höheren Einnahmen und mehr Gewinn verholfen. Der Nettozinsertrag stieg um 40 Prozent auf 1,84 Mrd. Euro, der Provisionsüberschuss zog um 20 Prozent auf 370,6 Mio. Euro an. Der Nettogewinn legte um 13 Prozent auf 859,9 Mio. Euro zu. Für heuer erwartet die Bank eine weitere Steigerung beim Gewinn auf mehr als 960 Mio. Euro.
Das organische Kreditwachstum betrug 3 Prozent. Inklusive des Zukaufs des Barclays-Kartengeschäfts in Deutschland habe es ein Wachstum von 12 Prozent gegeben. Die Integration der niederländischen Knab Bank sowie des deutschen Privatkundengeschäfts von Barclays gehe gut voran, schreibt die Bank in ihrer Aussendung am Mittwoch. Der stellvertretende CEO Sat Shah ergänzte in einem Call mit Journalisten, dass die Integration der beiden Zukäufe wohl früh im kommenden Jahr zur Gänze abgeschlossen werden könne.
Bank für weitere Zukäufe offen
Weitere Akquisitionen in den kommenden Jahren dürften zudem nicht ausgeschlossen sein. "Mit der weitgehend abgeschlossenen Integration unserer beiden jüngsten Akquisitionen positionieren wir uns für zukünftiges organisches und anorganisches Wachstum", wird Bankchef Anas Abuzaakouk in der Aussendung zitiert. Zu konkreten Kaufoptionen wollten sich die Vorstandsmitglieder nicht äußern. "Wir schauen uns verschiedene Optionen in den Märkten an," sagte CFO Enver Sirucic.
Die Bank habe das Jahr mit Barmitteln in Höhe von 14 Mrd. Euro beendet, das seien rund 20 Prozent der Bilanzsumme. Weiters gebe es einen Kapitalüberschuss von 468 Mio. Euro. Von 2026 bis 2028 will die Bank weiteres Überschusskapital von 1,1 Mrd. Euro aufbauen. Die Mittel könnten für mögliche Zukäufe, Kapitalausschüttungen und andere Wachstumsmöglichkeiten verwendet werden. Das Überschusskapital berücksichtige zudem eine Dividendenausschüttungsquote von 55 Prozent des Nettogewinns.
Im Zuge der Zukäufe im Ausland der vergangenen Jahre entwickelt sich die BAWAG zu mehr als einer rein österreichischen Bank. In den vergangenen Jahren seien 14 Akquisitionen durchgeführt und in sechs neue Länder expandiert worden. "2025 war ein Jahr des Wandels, in dem wir den Grundstein für eine paneuropäische und US-amerikanische Bankengruppe gelegt haben", sagte Abuzaakouk in der Aussendung. In den USA hat die Bank 2023 die Idaho First Bank gekauft.
An der Kernstrategie der BAWAG hat sich laut Sirucic aber nichts geändert. 90 Prozent des Business seien aktuell in der EU angesiedelt, der Rest verteile sich auf die USA und die Schweiz. Auch künftig soll der Fokus der Bank in Europa bleiben.
Auch Kosten gestiegen, für 2026 mehr Gewinn erwartet
Die Vergrößerung der Bank durch die Zukäufe kurbelte aber nicht nur die Einnahmen, sondern auch die Kosten an. Die operativen Aufwendungen stiegen um 47 Prozent auf 798,9 Mio. Euro. In der zweiten Jahreshälfte 2025 hätten sich jedoch bereits erste Synergieeffekte gezeigt, so die Bank. Auch die Risikokosten stiegen aufgrund der Zukäufe von 82 Mio. Euro (2024) auf 228 Mio. Euro. Die Quote notleidender Kredite (non-performing loans/NPL) blieb mit 0,8 Prozent aber unverändert zum Niveau des Vorjahres. Die harte Kernkapitalquote (CET1) lag Ende 2025 bei 14,6 Prozent.
Für das heurige Jahr rechnet die BAWAG mit einer weiteren Gewinnsteigerung auf mehr als 960 Mio. Euro. 2027 soll er dann auf 1,1 Mrd. Euro und 2028 auf 1,2 Mrd. Euro ansteigen. Die Zahlen sind exklusive möglicher Zukäufe zu sehen. Als Dividende soll für das Geschäftsjahr 6,25 Euro je Aktie vorgeschlagen werden. Im Jahr davor waren es 5,50 Euro je Aktie.