Signa-Knaller

Benko wird Tischler, Laura Privatstiftung abgesägt

14.03.2026

Schwerstarbeit bei der Zerlegung der Benko-Stiftung und in der Tischlerei der Justizanstalt.
 

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Während Signa-Gründer René Benko seit mehr als einem Jahr in U-Haft sitzt – nach einer Station in der Wiener Josefstadt ist er nun im „Ziegelstadl“, der Justizanstalt Innsbruck, hinter Gittern – kocht der 
Zusammenbruch des 
Signa-Imperiums wieder hoch. Erst haben die Scheichs einen 900-Millionen-€-Prozess vor dem Schiedsgericht gewonnen. Jetzt ist die Laura Privatstiftung – die laut Urteil ebenfalls zahlen muss – zahlungsunfähig.

Dem Signa-Gläubiger Mubadala aus Abu Dhabi ist also gelungen, was der Masseverwalter in Österreich vergeblich versucht hatte – die Stiftung zu knacken. In der Stiftung soll noch Vermögen bis zu 400 Millionen Euro liegen – dazu gehören Zinshäuser in Innsbruck. Ganz deckt das die Scheich-Forderungen nicht.

Die Familie Benko Privatstiftung ist bereits im Konkurs. Jetzt gibt es noch einen Benko-Geld-Bunker in Liechtenstein: Die INGBE Stiftung, benannt nach Mutter Ingeborg Benko. Die Liechtensteiner Stiftung darf nach einer erfolgreichen Klage des Masseverwalters Andreas Grabenweger allerdings vorerst 50 Mio. des geschätzten Gesamtvermögens von 300 Mio. Euro nicht an Begünstigte ausschütten. Hier war Grabenweger also zumindest teilweise erfolgreich.

Stiftung knacken wird nicht einfach

Komplexes Geflecht. Die Laura Privatstiftung hält nach Angaben des KSV1870 zahlreiche Unternehmensbeteiligungen in Österreich und war in der Vergangenheit im Zusammenhang mit Immobilientransaktionen auch im Ausland aktiv.
Die österreichischen Beteiligungen der Stiftung verfügten wiederum selbst über eine Vielzahl an Beteiligungen.

Vor der U-Haft nutzte Benko Stiftungsgüter

Bekannt ist, dass Vermögensgegenstände der Stiftung – vor Verhängung der U-Haft – René Benko zur Nutzung überlassen wurden, wie die Villa N in Igls, welche Benko persönlich bewohnte.
Neben Unternehmensbeteiligungen verfüge die Stiftung „mittelbar oder unmittelbar“ immer noch über einen „umfassenden Immobilienbestand“. Der Insolvenzverwalter werde zeitnah erheben müssen, welche Assets aktuell bei der Laura Privatstiftung noch vorhanden sind.

Mega-Causa

Nach Einschätzung des KSV1870 handelt es sich bei der Insolvenz der Laura Privatstiftung um eines der komplexesten Insolvenzverfahren in der österreichischen Wirtschaftshistorie.

Tristan Prem von der Creditreform spricht von einer „Mammutaufgabe“ für den Insolvenzverwalter, das Firmengeflecht im Besitz der Laura Privatstiftung aufzudröseln. Das Verfahren werde wohl eines der „langwierigsten und umfangreichsten“ in der Geschichte des Landesgerichtes Innsbruck werden. Es ist nicht auszuschließen, dass die Insolvenz der Laura Privatstiftung weitere Insolvenzen von Gesellschaften, an denen sie beteiligt ist, zur Folge hat.

WKStA ermittelt: Doch vorerst kein Prozess

Die Laura Privatstiftung spielt auch in den Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) eine wichtige Rolle. René Benko selbst wurde in zwei Strafverfahren nicht rechtskräftig verurteilt. Benko wies bisher stets jegliche Vorwürfe zurück und bekämpft die Gerichtsentscheidungen.

Tischler-Ausbildung

Weil aktuell keine neuen Prozesse auf der Tagesordnung stehen – und noch kein Antrag dafür gestellt worden ist – will Benko jetzt das Tischlerhandwerk im Häfen erlernen. Der „trend“ berichtet, dass dies schon bewilligt wurde von der Anstaltsleitung. Benkos Anwalt kämpft weiter für ein Ende der U-Haft, aber vorerst dauert diese mindestens bis April 2026.  

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