Schock in Salzburg

Zentrum für Tageseltern ist pleite: 550 Kinder betroffen

30.04.2026

Über eine der größten Salzburger Kinderbetreuungseinrichtungen, das Zentrum für Tageseltern (TEZ), ist am Donnerstag ein Konkursverfahren eröffnet worden. 

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Der Verein, der mit rund 160 Tageseltern knapp 550 Kinder betreut, hat einen Schuldenberg von knapp 2,7 Millionen Euro angehäuft, wie aus Aussendungen der Gläubigerschutzverbände hervorgeht. Seitens des Landes wurde signalisiert, dass man an einer Lösung für Kinder, Eltern und Mitarbeitende mitwirke.

Als Insolvenzursache wurden vor allem die steigenden Personalkosten genannt. Das TEZ versuchte heuer im März noch, über eine Reduktion der Zulagen und gleichzeitig eine Aufstockung der Fördermittel durch das Land wieder Oberwasser zu bekommen. Allerdings wollten 27 Mitarbeitende die Kürzung der Zulage nicht hinnehmen, durch die Kündigungen entstanden Mehrkosten für Abfindungsansprüche, Überstundenabgeltungen und Urlaubsansprüche in der Höhe von mehreren hunderttausend Euro, wie der Verein vor Kurzem informierte.

Fast jede zweite Gemeinde betroffen

Die für Kinderbetreuung zuständige Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek (FPÖ) teilte Anfang der Woche mit, dass sie in engem Kontakt mit dem Salzburger Hilfswerk stehe und dieses schon positive Signale gesendet habe. "Oberste Priorität hat jetzt die Versorgungssicherheit für Eltern und Kinder. Gleichzeitig muss auch für die Mitarbeiterinnen eine faire und tragfähige Lösung gefunden werden. Wir werden aktiv daran mitwirken, hier rasch Stabilität zu schaffen."

Vom Konkurs betroffen sind rund 75 Gläubiger, darunter etwa 50 Gemeinden, das ist beinahe jede zweite Kommune im Bundesland. Das TEZ strebt keine dauerhafte Unternehmensfortführung mehr an. Der Masseverwalter soll nun klären, ob und für welchen Zeitraum als Übergangslösung eine befristete Fortführung erfolgen kann.