Erklärt

Warum essen wir am Gründonnerstag Spinat?

01.04.2026

Jedes Jahr am Gründonnerstag landet bei vielen Familien in Österreich ein ganz bestimmtes Gericht auf dem Teller: Spinat – oft gemeinsam mit Spiegelei und Erdäpfeln. Doch warum eigentlich? Hat der Feiertag wirklich etwas mit der Farbe Grün zu tun? Die Antwort ist überraschend.

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Viele glauben, der Name Gründonnerstag komme daher, dass an diesem Tag traditionell etwas Grünes gegessen wird. Historisch stimmt das aber höchstwahrscheinlich nicht. Sprachforscher vermuten vielmehr, dass der Begriff vom althochdeutschen Wort „gronan“ oder „grīnen“ stammt. Das bedeutet so viel wie „weinen“ oder „klagen“.

Der Tag erinnert in der christlichen Tradition an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern – also an den Beginn der Ereignisse, die schließlich zur Kreuzigung führten. Die Bezeichnung könnte sich also ursprünglich auf Buße und Reue bezogen haben.

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Warum wird dann ausgerechnet Spinat aufgetischt?

Trotzdem hat sich im Laufe der Zeit der Brauch entwickelt, am Gründonnerstag etwas Grünes zu essen. Dahinter steckt eine Mischung aus Volksglauben und praktischer Tradition.

Früher war der Frühling die Zeit, in der nach dem langen Winter endlich wieder frisches Gemüse verfügbar war. Junge Kräuter, Spinat oder Brennnesseln galten als besonders gesund und sollten neue Kraft bringen. Gleichzeitig passte die Farbe Grün gut zur Vorstellung von Neubeginn und Leben – passend zur Osterzeit.

So entstand die Gewohnheit, an diesem Tag „grüne Speisen“ zu essen. Besonders beliebt wurden:

  • Spinat
  • Kräutersuppen
  • junge Wildkräuter

Mit der Zeit setzte sich der Klassiker Spinat mit Spiegelei und Erdäpfeln durch – ein einfaches Gericht, das bis heute als typische Gründonnerstags-Speise gilt.

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Ein Brauch, der geblieben ist

Auch wenn der Name des Tages wahrscheinlich gar nichts mit der Farbe zu tun hat: Der kulinarische Brauch ist geblieben. Für viele Familien gehört Spinat am Gründonnerstag einfach dazu – als kleine Tradition, die den Beginn der Osterfeiertage einläutet.

Und ganz nebenbei ist das Gericht auch noch gesund: Spinat liefert Eisen, Vitamine und passt perfekt zur frischen Frühlingsküche. 

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