Warnung politisch verhindert

Corona-Ampel: Experten wollen "Gelb" für Wien & Linz

21.08.2020

Aufgrund der stark steigenden Infektions-Zahlen sollten Wien und Linz im Corona-Ampelsystem auf "Gelb" umgestellt werden - doch das wurde sofort verhindert, erfuhr oe24 aus dem Krisenstab.

Zur Vollversion des Artikels
© Fotomontage: oe24; Quelle: APA/HELMUT FOHRINGER; Getty Images
Zur Vollversion des Artikels

Die Zahlen steigen immer weiter: In den vergangenen 24 Stunden wurden 172 Neuinfektionen in Wien und 59 Neuinfektionen in Oberösterreich verzeichnet. Die Ampel-Kommission wollte deshalb die Städte Linz und Wien im neuen Corona-Ampelsystem  auf "Gelb" schalten. Das würde bedeuten: Maskenpflicht in allen geschlossenen Räumen im öffentlichen Bereich und Indoor-Veranstaltungen nur mehr unter 200 Personen. 

Doch diese Empfehlung der Experten der Ampel-Kommission wurde beinahe verhindert, wie oe24 nun erfahren hat. Die Begründung: "Das Corona-Ampelsystem ist noch im Probebetrieb." Nach nun schon drei Monaten der Entwicklung. „Es gibt bisher keine Empfehlung der Ampel-Kommission, sondern einen internen Arbeitsprozess. Daher wurde auch nichts politisch verhindert. Die Ampel ist voll im Zeitplan und wird – wie immer angekündigt – unmittelbar vor Schulstart in Betrieb gehen.“, heißt es jedoch aus dem Gesundheitsministerium. Welche Maßnahmen bei welcher Farbstufe ergriffen werden, ist damit weiterhin nicht bekannt.

Die Corona-Kommission aus 19 Experten war vor zwei Wochen erstmals zusammengetreten und arbeitet vorerst in einem internen Probebetrieb an der Ampel und daraus resultierenden Empfehlungen an die Politik. Die Funktion des rechtlich als "Paragraf-8-Kommission" definierten Gremiums ist jedoch ohnehin nur eine beratende, die Entscheidung über Maßnahmen wird am Ende immer die Politik treffen. Die erste öffentliche Ampelschaltung hatte Anschober für Anfang September angekündigt.

Zur Vollversion des Artikels