11.766 Fälle und 186 Tote

Erstmals mehr Genesene als Neuinfizierte im Tagesschnitt

04.04.2020

Binnen eines Tages reduzierten sich laut Gesundheitsministerium aktive Fälle um 1,66 Prozent.

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© APA/GEORG HOCHMUTH
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Erstmals gibt es in Österreich weniger Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 als Genesene. Am Samstag (Stand: 8.00 Uhr) wurden vom Gesundheitsministerium im 24-Stunden-Intervall 354 neue Fälle ausgewiesen, während seit Freitagmorgen weitere 485 Personen als geheilt galten. Insgesamt waren in diesem Zeitpunkt 2.507 Personen als wieder genesen bestätigt. Die Infektionen lagen insgesamt bei 11.766. (Stand 22.00 Uhr)

Unter Berücksichtigung der Genesenen und der 186 an oder mit Covid-19 Verstorbenen waren am Samstag, 8.00 Uhr 8.832 aktive Fälle registriert. Am Vortag waren es noch 8.981 gewesen. Damit gab es erstmals seit Ausbruch der Corona-Krise im Tagesschnitt erstmals keinen Anstieg, sondern in leichtes Minus von 1,66 Prozent. Damit bestätigte sich ein positiver Trend, der sich im Kampf gegen das Coronavirus in der vergangenen Woche abgezeichnet hatte. Am vergangenen Samstag hatte die Steigerung der aktiven Fälle im Tageschnitt noch 8,1 Prozent ausgemacht. Am Montag lag sie bei 4,44 Prozent und sank seither kontinuierlich.

Erstmals keinen Anstieg gab es auch bei den Patienten, die einer intensivmedizinischen Betreuung bedurften. Mit 245 Personen blieb deren Stand seit Freitag unverändert. Die Anzahl der Hospitalisierten sank von 1.074 auf 1.071.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) war von dieser Entwicklung angetan, warnte aber vor verfrühter Freude. "Wir haben unsere Ziele absolut noch nicht erreicht. Aber wir sehen, dass wir sie - wenn alle weiter zusammenhalten und mitmachen und konsequent bleiben - erreichen können", meinte er in einer Pressemitteilung.

Unterdessen präsentierte Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) am Samstag die ersten FFP2-Schutzmasken aus heimischer Herstellung, die im Kampf gegen SARS-CoV-2 von Ärzten, Pflegepersonal und in Krankenhäusern eingesetzt werden können. Produziert werden die Masken für den medizinischen Bereich von einem Vorarlberger Konsortium um die Grabher-Group. Derzeit werden 15.000 Stück täglich erzeugt. Die Produktion der Schutzmasken, die zu 95 Prozent Viren filtern, soll in unmittelbarer Zukunft auf 100.000 pro Tag hochgefahren werden. Die Herstellung einer halben Million am Tag wäre möglich, wenn ausreichend Näherinnen gefunden werden. Mehrere 100 zusätzliche Facharbeiterinnen würden dafür benötigt, erklärte Schramböck in einer Pressekonferenz im Bundeskanzleramt.

 
 
 

Totale Verwirrung um neuen Erlass

 
Eine Klarstellung zum sogenannten Oster-Erlass zum Verhalten der Bevölkerung in der Corona-Krise während der Feiertage soll am Montag erfolgen. Das kündigte Clemens Auer, Sonderbeauftragter im Gesundheitsministerium, am Samstagabend in einer "ZiB2 Spezial" des ORF-Fernsehens an. Gegen den Erlass hatte es zuvor massive rechtlich und politische Kritik gegeben.
 
"Wir haben die Verwirrung angestiftet", räumte Auer ein, "und werden sie entwirren", versprach der Sektionschef. Laut Gesundheitsministerium soll der Erlass gerade rund um das Osterfest große Zusammenkünfte auch in Haushalten verhindern. Zudem sollen dadurch auch "Corona-Partys" unterbunden werden.

Letzteren Punkt betonte auch Auer in der "ZiB2 Spezial": Man wolle, dass sich "Corona-Partys" nicht am Osterwochenende wiederholten. Warum der Erlass zusätzlich zu den bestehenden Ausgangsbeschränkungen nötig sei, klärte Auer nicht auf, sondern verwies auf den Montag.
 
Konkret stellt der Erlass für die Zeit bis Ostermontag klar, dass Zusammenkünfte in einem Raum auf die gemeinsamen Bewohnerinnen und Bewohner des Haushalts plus fünf Personen beschränkt werden. Nach Kritik seitens der Oppositionsparteien sowie Verfassungsrechtlern, wonach es keine gesetzliche Grundlage dafür gebe, verteidigte das Gesundheitsministerium den Erlass und stellte später klar, dass sich in geschlossenen Räumen höchstens fünf Personen zusammenfinden dürfen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben: "Das heißt, leben im gemeinsamen Haushalt zum Beispiel schon vier Personen, dürfen trotzdem fünf Personen dazukommen."