Preiserhöhung

Netflix wird bald teurer

16.07.2015

Online-Videodienst gewinnt Nutzer und kämpft mit steigenden Ausgaben.

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© APA/Sebastian Kahnert
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Der Online-Videodienst Netflix bleibt dank Serienerfolgen wie "Orange Is the New Black " auf der Überholspur. Im zweiten Quartal verbuchte die Firma deutlich mehr neue Nutzer als erwartet. Dass steigende Kosten und der starke Dollar am Gewinn zehren, machte Anlegern nichts aus - die Netflix-Aktie schoss nachbörslich um 10 Prozent in die Höhe. Dennoch dürften die höheren Ausgaben für die Nutzer schon bald
Konsequenzen haben (siehe unten).

Imposantes Nutzer-Plus
Im zweiten Quartal kamen insgesamt 3,3 Millionen Abonnenten hinzu. Damit legte Netflix fast doppelt so stark zu wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Weltweit hat der Dienst jetzt 65,6 Millionen Nutzer. Vor allem international expandiert die Firma aus dem kalifornischen Los Gatos, die bis Ende 2016 in 200 Ländern verfügbar sein will, in rasantem Tempo. 2,4 Millionen Mitglieder kamen zuletzt im Ausland dazu.

Netflix-Chef Reed Hastings nimmt bereits die nächsten Ziele ins Visier: "Im Herbst werden wir mit dem Start in Japan unseren ersten Streifzug nach Asien machen und die Weichen stellen, um unseren Service rund um den Globus anzubieten." Im Frühjahr hatte das seit September 2014 in Österreich vertretene Unternehmen Premiere in Neuseeland und Australien gefeiert. Auch in China sondiert Netflix bereits seine Optionen.

"Preissteigerungen unumgänglich"
Der Quartalsumsatz kletterte zwar im Jahresvergleich um 23 Prozent auf 1,64 Mrd. Dollar (1,5 Mrd. Euro). Die hohen Kosten für Inhalte und die internationale Expansion starke Dollar drücken aber auf den Gewinn. Unterm Strich blieben 26 Mio. Dollar übrig, das waren 63 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Die Dollar-Stärke lässt die Auslandseinnahmen bei der Umrechnung in die US-Währung in der Bilanz geringer erscheinen. Netflix gibt aktuell drei Milliarden Dollar im Jahr für Eigenproduktionen und Inhalte anderer Anbieter aus. Im kommenden Jahr sollen es bereits fünf Milliarden Dollar sein, plus eine Milliarde Dollar für Marketing und Werbung. Laut einem Bericht des Guardian, werden die erhöhten Ausgaben künftig leichte Preissteigerungen zur Folge haben. Diese seien in den nächsten Jahren nicht abwendbar, verkündete Hastings in einer Telekonferenz mit Investoren. Laut dem CEO soll die Verteuerung aber sehr langsam und über einen längeren Zeitraum („das nächste Jahrzehnt") erfolgen.

Konkurrenz
Der Branchen-Pionier steht in einem scharfen Wettbewerb. Unter anderem der weltgrößte Online-Händler Amazon setzt bei seinem Streaming-Angebot ebenfalls auf eigene Inhalte, zudem bieten auch immer mehr Sender ihre Inhalte online an.

Zu dem deutlichen Kursplus könnte auch ein Aktiensplit im Verhältnis sieben zu eins beigetragen haben, der das Papier erschwinglicher machte.

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