Beste Hilfe bei der echten Grippe
Das ist zu tun, wenn Sie die Influenza erwischt hat
Seien Sie nicht böse auf Ihren Körper und Ihr Immunsystem. Es war ein unfairer Kampf, denn die Grippeviren sind in der klaren Überzahl: Zur Grippe-Saison können sich in nur einem Kubikmeter Raumluft rund 15 Tausend Viren befinden. Sie fühlen sich in der kalten, trockenen Luft besonders wohl. Mittels Tröpfcheninfektion werden sie auch enorm einfach übertragen: Ein einziges Niesen reicht, um mehrere Tausend mit Erregern gespickte Tröpfchen in der Umgebung zu verteilen. Wird auch nur eines dieser Tröpfchen eingeatmet, kann es zu einer Ansteckung kommen. Auch Schmier- oder Kontaktinfektionen sind leicht möglich, etwa beim Kontakt zu Erkrankten oder beim Berühren verunreinigter Gegenstände. Und Gelegenheiten für eine Ansteckung gibt es viele: Die Bundeshauptstadt Wien alleine verzeichnet aktuell knapp 7.000 Neuerkrankungen pro Woche. Der Großteil geht auf das Konto des Virustyps A, genauer auf Influenza A(H1N1)pdm09. Dieser zurzeit dominant zirkulierende Virussubtyp wurde von allen Impfstoffen der Saison – sowohl vom Dreifach- als auch vom Vierfachimpfstoff – abgedeckt. Die jährlich erneuerte Grippeschutzimpfung bleibt die beste Präventionsmaßnahme, jedoch kann auch sie niemals zu hundert Prozent vor einer Influenza-Ansteckung schützen.
Symptome erkennen
Nach einer etwa zwei bis viertägigen Inkubationszeit bricht die Erkrankung aus. Sie ist durch plötzlich eintretende Symptome gekennzeichnet: hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Erkältungssymptome (verstopfte Nase, Husten, Halsschmerzen) und extreme Müdigkeit. Dazu kommen Muskel– und Gliederschmerzen. Die Beschwerden sind deutlich stärker ausgeprägt als bei einem grippalen Infekt (=Erkältung) und sollten deshalb bei Verdacht unbedingt vom praktischen Arzt abgeklärt werden. Die klinischen Symptome sind meist eindeutig genug für eine Diagnose. Zusätzlich kann ein Schnelltest Klarheit darüber bringen, ob eine Influenza vorliegt. Besonders bei Risikogruppen (z. B. Senioren, Schwangere, Immunschwache) ist höchste Vorsicht und ein möglichst rascher Arztbesuch empfohlen.
Eindämmung der Erkrankung
Wird eine Grippe-Infektion diagnostiziert, sollte umgehend mit der Therapie begonnen werden. Durch die frühe Einnahme (ein bis zwei Tage nach Ausbruch der Symptome) von antiviral wirkenden Medikamenten kann die Verbreitung der Influenza-Viren im Körper gehemmt werden. Meist können so der Krankheitsverlauf verkürzt und die Symptome abgeschwächt werden. Den Hauptteil der Genesungsarbeit muss dennoch der Körper alleine verrichten. Bis zur vollständigen Ausheilung der Erkrankung kann es ein paar Wochen dauern. In dieser Zeit sollte der Fokus auf Schonung und auf Linderung der Beschwerden gerichtet sein.
Symptome lindern
Die Grippe zählt zu den Erkältungskrankheiten und verursacht entsprechende Beschwerden: Halsschmerzen, verstopfte Nase, Husten und mehr. Wirkungsvolle Hausmittel können hier gut helfen. Halsschmerzen können in der Regel sehr gut topisch bekämpft werden: Gurgeln mit Salbeitee oder Wickel mit Heilerde oder Kartoffeln können viel zur Linderung einer beginnenden Entzündung beitragen. Besonders wichtig: Sorgen Sie für genügend Luftfeuchtigkeit! Belüften Sie Wohn- und Arbeitsräume häufig und helfen Sie mit feuchten Handtüchern oder Luftbefeuchtern (Bitte regelmäßig desinfizieren!) nach. Bei verstopfter und laufender Nase bietet sich ein wirksamer Klassiker aus der Hausapotheke an: die Dampfinhalation. Der warme Dampf befreit und befeuchtet die Atemwege auf natürliche Weise und wirkt dabei abschwellend. Ergänzend können Nasensprays und -spülungen mit Meersalz angewendet werden. Lästigem Husten kann mit einem selbst gemachten Hustensirup aus Zwiebel und Honig (s. Kasten S. 10) zu Leibe gerückt werden. Weiters sollten Sie jetzt unbedingt auf Hygiene achten, um das Erreger-Aufkommen zu reduzieren und auch andere im Haushalt lebende zu schützen: Waschen Sie sich häufig die Hände, desinfizieren Sie viel benutzte Gegenstände im Haushalt häufig, entsorgen Sie benutzte Taschentücher sofort, Husten Sie nicht in die Hände, sondern besser in den Ellenbogen. Ein besonders wichtiger Teil des Genesungsprozesses ist die Schonung.
Schonung hat Vorrang
Stellen Sie sich auf viel Ruhe und Entschleunigung ein – Sie werden sie brauchen. Bettruhe ist Pflicht, solange Fieber vorhanden ist. Auch nach überstandener Akutphase ist die ordentliche Ausheilung der Erkrankung sehr wichtig: Wer die Grippe nicht ordentlich auskuriert, riskiert schwere Folgeerkrankungen, wie z. B. eine Herzmuskelentzündung oder Superinfektion. Auch Ihre sportlichen Hobbys müssen jetzt länger Pause machen: Frühestens nach siebentätiger Fieberfreiheit kann wieder langsam mit nur leichtem Sport begonnen werden. Nehmen Sie sich unbedingt die Zeit, die Ihr Körper braucht – mitunter sind es ein paar Wochen – um wieder ganz gesund zu werden. Sie schützen damit nicht nur sich, sondern auch andere vor einer Ansteckung.
KONSEQUENTE SCHONUNG
Wird eine Influenza nicht vollständig auskuriert, drohen ernsthafte Folgeschäden. Darauf sollten Sie bei der Genesung achten:
- Strikte Bettruhe solange Fieber vorhanden ist
- Viel Flüssigkei tund viel Schlaf
- Dem Beruf erst wieder nachgehen, wenn Sie voll kuriert sind
- Leichten(!) Sport frühestens sieben Tage nach Abklingen des Fiebers betreiben
- Keinen Alkohol trinken und nicht rauchen