Impfdebatte

So gefährlich sind Masern

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Masern ist einer der ansteckendsten Erkrankungen überhaupt - und sie ist alles andere als harmlos!
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Nach einem Ansteckungsfall in einem Grazer Krankenhaus herrscht jetzt Masern-Panik. Ein 15-jähriger, nicht geimpfter Schüler steckte in der Ambulanz der Uni-Klinik Graz bis zu 6 Kleinkinder mit Masern an. Auch um uns herum kämpfz man mit einer raschen Verbreitung der Krankheit. Eine aktuelle EU-Untersuchung zeigt, dass die einst gefürchtete Krankheit Masern, die fast schon als ausgerottet galt, tatsächlich wieder stark im Kommen ist . Am schlimmsten betroffen sind Griechenland (mit 244 Fällen pro 1 Mio. Einwohner), die Slowakei, Rumänien, Italien und Frankreich. Österreich liegt mit 8,8 Fällen pro 1 Mio. Einwohner (noch) im besseren Mittelfeld.

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Impfen für den Gemeinschaftsschutz

Dabei wären Masernerkrankungen durch konsequentes Impfen zu vermeiden. Eine Analyse der Durchimpfungsraten hinsichtlich Masern für das Jahr 2017 in Österreich ergab jedoch, dass es leider immer noch rund 48.000 zwei- bis fünfjährige Kinder gibt, denen die zweite Masernimpfung fehlt, 27.000 Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren, weiters eine halbe Million 15- bis 30-Jährige, die nicht ausreichend gegen Masern geschützt sind. Dass es immer wieder zu Krankheitsausbrüchen wie gerade in der Steiermark kommt, ist daher nicht verwunderlich. Erforderlich wäre laut Gesundheitsministerium eine Durchimpfungsrate von 95 Prozent mit 2 Dosen.

Vor allem die Lücken bei den jungen Erwachsenen sorge dafür, dass der Gemeinschaftsschutz der anderen nicht mehr gegeben sei, sagte Expertin Holzmann. "Sie gehen zum Zahnarzt, zum Gynäkologen, aber an Masern denken sie nicht mehr", meinte die Virologin. Das stelle vor allem ein Risiko für Babys dar, die noch nicht geimpft werden dürfen. "Jedes fünfte Kind hat Komplikationen bei der Erkrankung", sagte Holzmann. Die Masern schwächen das Immunsystem,

Impfdebatte in Österreich entbrannt

Impfpflicht herrscht in Österreich nicht. Den Eltern obliegt es, die Schutzimpfungen bei ihren Kindern vornehmen zu lassen. In Österreich gibt es laut Holzmann rund vier Prozent Impfgegner. Laut einer Studie des Karl Landsteiner Instituts für Pädiatrische Fortbildung und Forschung aus dem Jahr 2012 haben 57 Prozent der Österreicher Vorbehalte gegenüber Impfungen.

Das sagt die Politik

Ungeachtet der aktuellen Masern-Fälle in Österreich kann sich Wien derzeit keine Impfpflicht bzw. Streichungen von Sozialleistungen wie etwa der Familienbeihilfe bei nicht nachgewiesener Immunisierung vorstellen. "Ich halte nichts von Zwangs- und Strafsystemen", stellte Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) am Donnerstag gegenüber der APA klar. Stattdessen müsse man bei der Motivation ansetzen.

Die Wiener NEOS forderten, den Bezug der Familienbeihilfe an den Impfnachweis zu koppeln. Patientenanwältin Sigrid Pilz bekräftigte wiederum ihre Forderung nach eine Impfpflicht für Gesundheitsberufe und andere Berufsgruppen wie zum Beispiel Lehrer. Zudem forderte sie die Ärztekammer und das Hebammen-Gremium auf, gegen Impfskeptiker vorzugehen.