Es kann jeden treffen:

Volksleiden Depression

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Frauen erhalten die Diagnose Depression zwei- bis dreimal so oft wie Männer.
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Gerade im Herbst, wenn die Tage kürzer werden und draußen der vorherrschende Farbton das Grau des Nebels ist, schlägt sich das bei vielen Menschen auf die Stimmung. Lustlosigkeit, Erschöpfung, ständige Müdigkeit und Verzagtheit machen sich breit. Normalerweise hellt sich unsere Stimmung allerdings bei der Aussicht auf die schönen Dinge im Leben wieder auf. Wenn das allerdings nicht der Fall ist, kann die Ursache eine ernst zu nehmende Erkrankung sein: Depression.

Weit verbreitet

Untersuchungen haben gezeigt, dass bis zu 20 Prozent im Laufe ihres Lebens an einer Depression erkranken, nur etwas mehr als die Hälfte von ihnen befindet sich in hausärztlicher Behandlung. Weil körperliche Begleiterscheinungen aber oftmals die Diagnose erschweren, erhält nur jeder Dritte dieser Patienten die korrekte Diagnose. Letztlich erhalten maximal zehn Prozent der Betroffenen eine Behandlung; dabei sind Depressionen der häufigste Grund für einen Suizid.

Entstehung

Die Entstehung einer Depression lässt sich nicht auf einzelne Ursachen zurückführen. Sie ist vielmehr das Resultat unterschiedlicher Faktoren. Einer davon betrifft den Stoffwechsel im Gehirn. So sind bei einigen depressiven Menschen die Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin in geringerem Ausmaß vorhanden. Diese Botenstoffe spielen eine wichtige Rolle in der Entstehung und Regulation von Gefühlen. Dieses Ungleichgewicht kann als Folge einer körperlichen Erkrankung vorkommen, beispielsweise bei einer Schilddrüsenunterfunktion oder durch die Einnahme bestimmter Medikamente. Ein weiterer Risikofaktor liegt im Aufbau und in der Aktivität des Gehirns. Bei Betroffenen sind jene Regionen im Gehirn, die für die Entwicklung von Zielen und die Entstehung positiver Gefühle verantwortlich sind, weniger aktiv, Bereiche, die das Verhalten in neuen Situationen und bei Sozialkontakten steuern, sind weniger stark ausgeprägt. Überaktiv sind hingegen jene Gehirnstrukturen, die an der Erzeugung negativer Gefühle und Ausschüttung von Stresshormonen beteiligt sind. Weil die Krankheit familiär gehäuft auftritt, gehen Experten davon aus, dass eine Veranlagung zu Depressionen auch genetisch bedingt sein kann, sie also zu einem gewissen Maße vererbbar ist.

Neben diesen biologischen Faktoren können auch äußere Bedingungen zur Entstehung beitragen. Gerade in der dunkleren Jahreszeit, wenn das Sonnenlicht fehlt, macht sich das bemerkbar. Nicht zuletzt haben gesellschaftliche Umstände, Persönlichkeitsfaktoren und Lebensereignisse einen großen Einfluss.
Grundsätzlich ist also niemand davor gefeit, an Depression zu erkranken. Selbst Superstars, denen es an nichts zu mangeln scheint, haben immer wieder mit der anhaltenden Traurigkeit zu kämpfen. Zuletzt sorgte der tragische Selbstmord des Schauspielers Robin Williams für Schlagzeilen. Er sah den Freitod als einzigen Ausweg aus seiner Krankheit.

Risikofaktoren

Obwohl die Erkrankung jeden treffen kann, gibt es doch einige Persönlichkeitsmerkmale, die für ein erhöhtes Krankheitsrisiko sprechen.
Besonders gefährdet scheinen Menschen zu sein, die als beharrlich und zuverlässig gelten. Typischerweise sind sie leistungsbezogen, orientieren sich an sozialen Idealen und wirken bescheiden. Oft sind sensible, warmherzige, selbstkritische und vorsichtige Menschen von Depressionen betroffen.