Wut tut gut

Warum unsere Kinder wütend sein dürfen

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Wut und Aggression sind oft ein Tabu – Harmonie hat einen hohen Stellenwert. Und doch ist das Zulassen der Gefühle, auch der negativen, der Schlüssel zu mehr Gesundheit und einem zufriedenen Leben. Wir haben eine Expertin gefragt.
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Wut und Aggression gelten immer noch als Tabu. Wir leben in einer Happy-Peppi-Welt – Harmonie hat hier einen besonderen Wert. Gerade deshalb, weil viele von uns nicht gelernt haben, Aggressionen oder andere schmerzhafte Emotionen auszudrücken, geschweige denn, mit ihnen konstruktiv umzugehen oder ihnen positiv und wertschätzend zu begegnen. „Dabei wäre es so einfach“, erklärt Familienberaterin und Coach Mag. Sandra Teml-Jetter. „Es geht darum, diese Gefühle in uns zuzulassen. Ihnen Raum zu geben. Vor allem auch unsere Kinder zu lehren, auf das, was in ihrem Inneren los ist, zu hören. Und das auch auszudrücken.“ Kinder brauchen nämlich besondere Unterstützung.

Angst vor kindlicher Aggression?
Viele Eltern wollen unangenehme Gefühle ihrer Kinder nicht wahrhaben und greifen unmittelbar ein. Es gibt diesen neuen Imperativ an Kinder, der lautet: „Du musst glücklich sein!“ Das ist furchtbar für Kinder, zumal Aggression eine Reaktion des Gehirns auf einen Unruhezustand ist. Wenn ein Kind zum Beispiel traurig ist, weil es etwas nicht bekommt, wollen wir es sofort trösten. Wenn dann das Kind „Du bist die blödeste Mama der Welt“, schimpft, können wir uns als Eltern, anstatt beleidigt zu sein, dem Kind zuwenden und ihm sagen: „Na, du bist aber wütend! Was hat dich denn so wütend gemacht?“ Doch viel zu oft schmeißen wir die Nerven weg und wollen uns dem nicht stellen. Wir werden von unserem eigenen inneren Kind getriggert – in unserer eigenen Verletzbarkeit.