Spätes Mutterglück

Baby mit 47: ist das gesund?

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Babygerücht Ist sie nun schwanger oder ist sie es nicht? Fakt ist: J.Lo ist 47 – zu alt, um ein Kind zu bekommen? gesund&fit hat in der Kinderwunschsprechstunde bei Dr. Armin Breinl nachgefragt.
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Verschmäht eine Frau Alkohol, heizt das die Spekulationen auf eine Schwangerschaft an. Nachdem Jennifer Lopez – sonst eher feierlaunig – unlängst auf ihrer eigenen Geburtstagsparty keinen Tropfen Alkohol getrunken haben soll, brodelt jetzt die Gerüchteküche: Ist sie nun schwanger oder ist sie es nicht? Fest steht, J.Lo ist mittlerweile 47 Jahre alt und liefert somit das wohl heißeste Babygerücht des Sommers. Während sich die einen freuen, tut sich bei den meisten die Frage auf: 47 Jahre – ist das nicht zu alt, um Mama zu werden? „Eine Schwangerschaft in diesem Alter ist prinzipiell möglich, auch auf natürlichem Wege“, weiß Reproduktionsexperte und Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe Dr. Armin Breinl. „Ab 35 Jahren beginnt die Qualität der Eizellen allerdings drastisch abzunehmen, was einerseits das ‚Schwangerwerden‘ erschwert, aber vor allem das Risiko für Chromosomenstörungen und Fehlgeburten stark erhöht.“ Welche Risiken eine späte Schwangerschaft sonst noch bietet, welche medizinischen Möglichkeiten die Chancen auf das Kinderglück im fortgeschrittenen Alter erhöhen und wo klare Grenzen gezogen werden sollten, wir verraten es.

Mütter werden immer älter

Im Geburtsvorbereitungskurs sitzen immer mehr werdende 40-plus-Mütter und auch aus dem Kreißsaal und dem Kinderschwimmkurs sind sie nicht wegzudenken: Spät Kinder zu bekommen, liegt im Trend! Rund jedes vierte Kind, das hierzulande das Licht der Welt erblickt, hat eine Mutter, die älter als 35 ist. „Dabei liegt das ideale Alter, um erstmals schwanger zu werden, bei unter 32 Jahren“, weiß der Experte, der den Trend versteht, aber nicht für sonderlich sinnvoll hält. „Das Streben nach Karriere und Erfolg hat dazu geführt, dass die Familienplanung und das Kinderkriegen selbst in den Hintergrund gerückt sind und nun später als noch vor 20 Jahren stattfinden. Dabei steigen mit dem Alter auch die Krankheitsrisiken der Kinder. Bestes Beispiel ist die Trisomie 21, deren Häufung bei Eltern, die über 40 sind, stark ansteigt.“

Die Eizellenqualität

Warum ist der Faktor Zeit entscheidend? „Ein weiblicher Fötus im Alter von 20 Wochen verfügt bereits über sechs bis sieben Millionen Eizellen. Doch bereits bei der Geburt sind es nur noch 1,5 bis zwei Millionen, was sich erstmals noch viel anhört. Beim Eintreten der ersten Regelblutung (Menarche) – dem Beginn der Geschlechtsreife – sind gerade noch 300 bis 400.000 übrig geblieben. Und es werden stetig weniger, selbst wenn es pro Monat meist nur eine Eizelle schafft, heranzureifen. Für diesen Reifungsprozess werden monatlich rund 1.500 bis 2.000 Eizellen rekrutiert. Heißt, die Anzahl ist beschränkt. Die Kombination mit ungesunden Lebensgewohnheiten (z. B. Alkohol, Nikotin) führt zu Degenerationsprozessen an den Zellen – die Qualität der Eizellen nimmt ab.“ Um Frauen beim Timing in Sachen Familienplanung etwas unter die Arm zu greifen, gibt es spezielle Tests, die rückschließen lassen, wie es um Qualität und Vorrätigkeit der Eizellen bestellt ist.

Die Reserve im Überblick
„Um sich einen Überblick über die eigene Eizellenqualität zu verschaffen, hat die Medizin einige Tests bereitgestellt“, sagt Breinl, „zunächst sollte aber eine gynäkologische Untersuchung mit Zyklusmonitoring zur Feststellung etwaiger anatomischer Fehlbildungen, die eine natürliche Schwangerschaft unmöglich machen, durchgeführt werden.“ Die zwei wohl wichtigsten Parameter in Hinblick auf die Qualität der Eizellen sind das follikelstimulierende Hormon (FSH) und das Anti-Müller-Hormon (AMH). Das FSH steigt mit abnehmender Eizellenqualität, da die Funktion der Follikel abnimmt und mehr FSH ausgeschüttet werden muss, um einen Eisprung zu ermöglichen. Wohingegen das durch im Follikel sitzende Zellen produzierte AMH aufgrund der verminderten Leistung abnimmt. Beide Parameter lassen sich kostengünstig mittels Bluttest erheben und auf die Eizellenreserve rückschließen.

Eizellen-Banking
Eine Möglichkeit um die Qualitätsabnahme der Eizellen zu umgehen, bieten Therapiemöglichkeiten zur Reproduktion, die eine Befruchtung unterstützen. Doch auch hier nimmt die Erfolgsquote mit zunehmendem Alter ab. „Oft ist eine In-vitro-Fertilisation mit eigenen Eizellen jenseits der 40 nicht mehr empfohlen. Eine Alternative bildet der Einsatz einer Eizellenspende, bei der das Risiko der Spenderin für chromosomale Störungen übernommen wird.“ So kann eine vergleichsweise ältere Dame risikoarm die befruchtete Eizelle einer jungen Spenderin austragen. „Um doch noch mit eigenen Eizellen im fortgeschrittenen Alter ohne Risiko schwanger zu werden, bieten Institute „Eizellen-Banking“ an. Der jungen Frau werden dabei Eizellen entnommen und für einen späteren Zeitpunkt eingelagert“, so der Spezialist.

Kinderlos? Mögliche Ursachen