Vorwürfe gegen Ulmen

Tausende demonstrieren für Collien Fernandes

22.03.2026

In Berlin haben sich Tausende Menschen versammelt, um ein Zeichen gegen digitale Gewalt zu setzen. Im Fokus steht der aktuelle Fall von Collien Fernandes und die Forderung nach Gesetzesänderungen.

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Deutschland. Die Solidaritätswelle für Fernsehmoderatorin, Schauspielerin und Autorin Collien Fernandes (44) erreicht am Sonntag einen neuen Höhepunkt. Vor dem Brandenburger Tor versammelten sich deutlich mehr Teilnehmer als ursprünglich erwartet. Während zunächst nur 500 Menschen angemeldet waren, sprach die Polizei von 6.700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die Veranstalter wiederum von 13.000. Das neu gegründete Bündnis "Feminist Fight Club" rund um die Aktivistin Kira Bönisch ("Fridays for Future") hatte zu dem Protest aufgerufen.

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Neben zahlreichen Bürgern meldeten sich prominente Stimmen zu Wort. Sie betonen die Solidarität mit Opfern von Online-Hass. Die bekannteste Rednerin ist Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer. Der Demonstrations-Aufruf lautet "Gegen sexualisierte digitale Gewalt – Solidarität mit allen Opfern". Von Collien Fernandes selbst wird während der Kundgebung ein Statement verlesen, da die Schauspielerin nicht persönlich vor Ort sein konnte. 

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Im Zentrum der Demonstration stehen Forderungen nach einem Verbot von Porno-Deepfakes und dem Schließen von Gesetzeslücken. Der Hintergrund ist der Fall um Fernandes’ Ex-Mann Christian Ulmen, dem sie "virtuelle Vergewaltigung" vorwirft. Über die Vorwürfe hatte zuerst der "Spiegel" berichtet. Ulmens Anwalt Christian Schertz kündigte rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung an, bei der es sich "in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung" handle. Zudem würden "unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet". Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.

Auch "HateAid"-Chefin Josephine Ballon kritisierte die derzeitige Rechtslage scharf und forderte Reformen, um Betroffene besser zu schützen. Ballon sagt gegenüber "Focus online": Das deutsche Recht bestrafe Täterinnen und Täter nicht, für Fernandes sei es ein Vorteil in Spanien klagen zu können. "Für die meisten Menschen hierzulande ist das nicht möglich", so die "HateAid"-Chefin. Das Gesetz müsse sich ändern.

Die Demonstration soll nun den nötigen politischen Druck aufbauen, um den Schutz vor Missbrauch im Internet grundlegend zu verbessern und Täter konsequenter zur Rechenschaft zu ziehen.